Deutsches Brot – eine Spezialität

14. Juni 2010

BrotDeutsches Brot ist weltbekannt, typisch sind die dunkel gebackene Kruste und das luftig weiche Innere eines Laibes. Im Ausland gilt es als Spezialität und ist daher häufig auch als „German Bread“ erhältlich. So richtig gut schmeckt es aber nur, wenn es von einheimischen Bäckern über Nacht frisch hergestellt wurde.

Brot ist eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel überhaupt, doch in Deutschland hat es sich zu einem Produkt von ganz besonderer Güte und Vielfalt entwickelt. Nur hier werden täglich über 600 verschiedenen Brotsorten gebacken.

Auf die Zutaten kommt es an

Brotteig eine einfache Sache, er besteht aus Getreidemehl, Salz und Wasser. Dazu kommt ein Treibmittel wie Hefe oder Sauerteig, das ist alles. Weitere Zutaten dienen einzig der Verfeinerung des Geschmacks. Besonders beliebt sind Brotgewürze wie Kümmel, Anis, Fenchel oder Koriander, auch Nüsse oder Röstzwiebeln werden gerne zugegeben.

Die in Deutschland am häufigsten verwandten Getreidesorten sind Weizen und Roggen, zum Teil auch Dinkel. Vollkornbrot, auch Schwarzbrot genannt, wird aus gemahlenem und geschrotetem Vollkorngetreide gebacken. Am häufigsten findet man das Roggenvollkornbrot, es gibt aber durchaus auch Weizenvollkornbrote. Mischbrot dagegen wird – wie der Name schon sagt – aus einer Mischung von Roggen- und Weizenmehl hergestellt. Mischbrote, die im Rheinland auch Graubrot genannt werden, sind die in Deutschland häufigste Brotvariante. Weißbrot galt schon im antiken Ägypten als eines der wertvollsten Brotsorten. Es wird aus Weizenauszugsmehl hergestellt, einem gesiebten, das heißt von der Kleie befreiten Mehl.

Stein- und Holzofenbrote

Nach der Herstellung des Teiges muss der Brotlaib geformt und gebacken werden, traditionell geschah das in einem Steinofen über einem Holzfeuer. Landwirtschaftlichen Höfen war oft ein Backhaus oder zumindest einen freistehender, gemauerter Ofen angegliedert, in dem regelmäßig große, kräftige Landbrote hergestellt werden konnten.

Brot, das auf diese Art ausgebacken wird, entwickelt eine ganz spezielle Kruste, bleibt im Inneren aber luftig, sodass es als höchst schmackhaft gilt. Heute sind Brote, die in einem Holzofen hergestellt wurden, eine besondere Spezialität. Gerade bei traditionellen Land- oder Bauernbroten, wie zum Beispiel dem Frankenlaib, wird dieses Verfahren immer noch gerne angewandt.

Pumpernickel

Diese einzigartige Spezialität bestand ursprünglich aus Vollkorn-Roggenschrot, Wasser und Salz, ein Treibmittel war nicht erforderlich. Der Teig wurde in einem geschlossenen Behältnis über bis zu 24 Stunden gebacken. Die lange Garzeit war erforderlich, weil die Hitze nur langsam durch die hohe Dichte der Teigmasse dringen konnte. Viel hat sich daran bis heute nicht geändert. Manchmal wird dem Teig Zuckersirup hinzugefügt, vor allem um der Brüchigkeit des Pumpernickel entgegenzuwirken. Die typische Süße entsteht jedoch auch ohne diese Zutat, durch Karamellisierung der im Teig vorhandenen Stärke.

Pumpernickel stammt aus dem Sauerland, wo es bereits im 16. Jahrhundert als Notration bekannt war. Seit jeher ist das kernige Brot außergewöhnlich lange haltbar, heutzutage sogar bis zu zwei Jahre.

Brötchen

Auch die kleinen Brote – die Brötchen, Semmeln oder Wecken – erfreuen sich immer schon großer Beliebtheit. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts galten sie allerdings als Luxusartikel, weil ihre Herstellung ohne die heute bekannten technischen Hilfsmittel äußerst aufwendig war.

Inzwischen ist - genau wie beim Brot - auch bei den Brötchen eine gewaltige Vielfalt im Angebot. Die Hörnchen im Rheinland sind weich und werden zumeist aus Milchbrötchenteig hergestellt. Kaisersemmeln stammen aus dem süddeutschen Raum und springen mit ihrer runden Form mit dem sternförmigen Muster direkt ins Auge. In Berlin sind Schrippen und Schusterjungen bekannt, letztere bestehen aus Mischmehl und sind etwas länger haltbar als ihre helleren Kollegen.

Die Brotzeit

Es gibt nicht besseres für zwischendurch: Deutsches Brot in Kombination mit kräftigem Käse und köstlicher Wurst, dazu ein gutes Bier – das schmeckt nicht nur in Bayern.

Lüneburger Heide: Kulinarisches aus dem Land der Heidschnucken

1. März 2010

Lüneburger HeideDie Lüneburger Heide ist bekannter als das Bundesland Niedersachsen, in dem sie liegt: Die Wald- und Wasser-reiche Kulturlandschaft mit ihren sanften Hügeln und mehreren gepflegten Naturparks hat Aktiv-Urlaubern, Naturfreunden und Wellness-Genießern (Tipp: Wellnesshotel Lüneburger Heide) einiges zu bieten – darunter auch kulinarische Freuden, die „Lust auf mehr“ machen.

Der andere Geschmack: die Heidschnucke

Heidschnuckenfleisch schmeckt nicht nach Lamm und schon gar nicht nach Hammel, sondern verwöhnt dem Gaumen mit einem unverwechselbaren Wild-Geschmack. Die höchst genügsamen Heideschafe sind verwandt mit dem auf Sardinien und Korsika lebenden Mufflon-Schaf und tragen durch das Abfressen (schnucken = naschen) der Nadel- und Laubbaumschößlinge dazu bei, die Heidelandschaft vor der Verholzung zu schützen und so ihren Charakter zu bewahren.

Die Restaurants der Region servieren das Fleisch der Heidschnucke vor allem als Heidschnuckenbraten aus der Keule, z.B. mit Birne, Butterbohnen und Heidekartoffel, aber auch mit Preiselbeeren, Rotkohl, Rosenkohl, Pfifferlingen, Kronsbeeren oder Apfelmus. Auch Heidschnucken-Lammrücken, Heidschnucken-Koteletts und Heidschnucken-Gulasch sollte man probieren! Zu allen Heidschnucken-Gerichte passt ein trockener Spätburgunder.

Kleine Fische ganz groß

Eine weitere regionale Delikatesse ist der „Stint“. Er hat Saison von Ende Februar bis in den April, denn zu dieser Zeit wandert der kleine lachsartige Fisch, der sonst in den Küstengewässern der Nordsee lebt, zur Fortpflanzung in den Unterlauf der Elbe ein.
Früher schwamm der Stint durch das Flüsschen Ilmenau bis hinein nach Lüneburg, wo er dem Lüneburger „Stintmarkt“ seinen Namen gab. Bei der Zubereitung wird der Kopf des Stints für gewöhnlich entfernt, Schwanz und die Gräten können dagegen bleiben, da sie ausgesprochen zart sind. Der Stint wird gebacken oder in Roggenmehl gewendet und in Butter und Speck gebraten. Als Beilage werden Bratkartoffeln, Kartoffelsalat und Apfelmus gereicht. Auch geräuchert oder wie Brathering sauer eingelegt wird der Stint angeboten.

Nu lat die dat smecken: Kartoffeln und Gemüse

Mit den Kartoffeln ist die Heidelandschaft besonders verbunden: Es gibt rote, blaue und violette Heide-Kartoffeln, gekocht, gebraten oder als Salzkartoffel serviert. Die „tolle Knolle“ wird auch als „Gold der Heide“ bezeichnet und ist aus dem Wirtschaftsleben der Lüneburger Heide nicht wegzudenken.
Von zahlreichen Bauernhöfen wird dieses „Gold“ mit dem besonders ursprünglichen Kartoffelgeschmack sackweise am Straßenrand angeboten – wer mit dem Auto kommt, sollte die Gelegenheit nutzen! Das kleine Dorf Hösseringen hat der Heidekartoffel im dortigen „Freilichtmuseum der Lüneburger Heide“ sogar eine ganze Ausstellung gewidmet. Scheuen Sie bei einem Kurzurlaub in der Lüneburger Heide mal rein !

Geht es um Gemüse, so isst man in der Lüneburger Heide oft und gerne Kohl, insbesondere der Grünkohl gehört zur traditionellen Heide-Küche. Die südliche Lüneburger Heide ist dagegen für ihren Spargel bekannt, dessen Saison Mitte April beginnt. Auf den sandigen Böden der Heide wächst das „Königsgemüse“ besonders gut und entwickelt ein ganz besonderes Aroma. Bei den Spargelbauern kann man dann auf „Feldführungen“ alles Wissenswerte rund um den Anbau erfahren, bevor man ihn zusammen mit einem herzhaften Hausmacherschinken verkostet.

Und danach?

Als Dessert empfiehlt sich zum Beispiel die „Welfenspeise“ - eine Süßspeise in zwei Schichten, die aus Eischaum und Weincreme besteht. Die weiß-gelbe Creme verdankt ihren Namen den Farben des Adelsgeschlechtes der Welfen (weiß/gelb) und wird als süße Spezialität in ganz Niedersachsen geschätzt.
Da in der Lüneburger Heide auch noch viel Buchweizen angebaut wird, findet man im Angebot der Bäckereien und der Gastronomie auch noch Buchweizentorte und Buchweizenwaffeln als regionale Besonderheit – unbedingt probieren!

Als Orientierung im gastronomischen Angebot wurde das Signet „Regionale Esskultur“ erschaffen, unter dem Speisen aus der Region in freundlichen Hofläden, urigen Bauernhöfe und gemütlichen Cafés angeboten werden. Meist kann man die Spezialitäten auch gleich erwerben und mitnehmen, um zu Hause noch ein bisschen Erinnerung an die Lüneburger Heide auf den Tisch zu zaubern.

Zwischen Ost- und Nordsee: Auf der Käsestraße Schleswig-Holstein erleben

27. Januar 2010

KäseIm Westen Wind, Watt und Wellen an langen, flachen Sandstränden, im Osten Steilküsten und tief ins Festland einschneidende Buchten: das Land zwischen Ost- und Nordsee kennen wir als Urlaubsland mit hohem Himmel, weiten Horizonten, schwarzbunten Kühen und reet-gedeckten Fischerhäuschen. Nirgends ist der Fisch so frisch wie hier – aber wussten Sie, dass Schleswig-Holstein auch ein Käseland ist?

Eventuell kennt man den Tilsiter Käse als Spezialität der Region, doch ist die Vielfalt der Sorten und Geschmacksrichtungen des aus Kuh-, Ziegen- und Schafsmilch- hergestellten Käses kaum zu überbieten. Auf mehr als 30 Höfen wird „gekäst“, die Tradition reicht in Schleswig Holstein bis ins 16. Jahrhundert zurück und umfasst über 120 Käsesorten, darunter auch seltene Spezialitäten. Zum Beispiel den friesischen Rauchkäse Biikesäis oder den historischen Lederkäse, der schon von Theodor Storm beschrieben wurde: ein leichter, kalorienarmer Magerkäse, der allerdings zwischenzeitlich wegen des bundesdeutschen Vorschriftendschungels aus der Produktion genommen werden musste – nicht für immer, wie es heißt, Gourmets dürfen auf neue Produzenten hoffen!

Eine Antwort auf die Weinstraßen des Südens

Die Idee, eine „Käsestraße“ als kulinarische Themen-Route zu etablieren, entstand 1998 auf dem Käsemarkt “Käse aus dem Norden” im Freilichtmuseum Kiekeberg in Niedersachsen.
Da stellte sich schnell heraus, dass die meisten Käse-Anbieter aus Schleswig-Holstein kamen, deren Betriebe fast alle an den Bundesstraßen 5 und 206 liegen. So wurde die “Käsestraße Schleswig-Holstein” als Antwort auf die Weinstraßen des Südens geboren.

Heute verbindet die Käsestraße alle produzierenden Mitgliedsbetriebe des Vereins und erreicht eine Länge von 500 Kilometern. Wer sie bereist, macht eine Rundreise durch ganz Schleswig-Holstein und kann in den Höfen und Käsereien Rast machen, oft auch in den Hofläden einkaufen. Im Rahmen der „Käsestraße“ finden auch Sonderveranstaltungen statt: Käsemärkte, Tage der offenen Tür und Käseverkostungen für Reisegruppen ab 40 Personen. Käseliebhabern und allen, die es werden wollen, werden zahlreiche Gelegenheiten geboten, alles Wissenswerte über die Käseherstellung und viel Praktisches über Lagerung und Reifung der Käse vor Ort zu erkunden.

Mehr als nur Käse

Entlang der Käsestraße erleben Reisende jedoch weit mehr als kulinarische Genüsse: die wunderschönen Landschaften Schleswig Holsteins sind genau die richtige Umgebung, um zu entspannen und die Seele baumeln zu lassen. Auch kulturell wird einiges geboten: Herrliche Landsitze, stolze Herrenhäuser, Schlösser im Barockstil, die Backsteingotik mit ihren vielen Kirchen, ebenso zahlreiche Museen, die einen Besuch lohnen.

Zum Beispiel Norddeutschlands größtes Freilichtmuseum in Molfsee: auf 60 Hektar Wiese, Gärten, Feldern und Teichen sind über 70 historische Gebäude, Hofanlagen und Mühlen der verschiedenen Landschaften Schleswig-Holsteins mit Mobiliar, Hausrat und Arbeitsgeräten zu besichtigen und vermitteln einen lebendigen Eindruck vom Wohnen und Wirtschaften vergangener Jahrhunderte.
Auf dem Rad empfiehlt sich eine Tour entlang am Nord-Ostsee-Kanal: Die Wasserstraße führt fast auf der ganzen Länge ihrer 99 Kilometer durch herrliche Naturlandschaften. Es gibt keine Steigungen und nur in der Nähe einiger Städte muss man kurzfristig auf Straßen ausweichen – für eine Fahrradtour mit Kindern genau richtig.

Schlussendlich ist Schleswig Holstein auch in Sachen Wellness ganz up to date: das gesunde Klima mit seiner salzhaltigen Luft, die maritime Lage zwischen zwei Meeren und die intakten Naturlandschaften bieten die richtige Umgebung für eine erholsame und regenerierende Auszeit. Zahlreiche Heilbäder und Kurorte, Wellness- und Beautyzentren sorgen für Entspannung und Wohlbefinden, aber auch für den Einstieg in eine gesündere Lebensweise im Sinne ganzheitlicher Medical Wellness.

Kulinarische Reisewege: Die Moselweinstraße

1. Dezember 2009

MoselMir ihren insgesamt 545 Kilometern Länge ist die Mosel der größte Nebenfluss des Rheins. Und gleich hinter der französischen Grenze im attraktiven Weinort Perl beginnt die „Moselweinstraße“.
Über 250 Kilometern schlängelt sie sich entlang des Flusslaufes bis hin zur Mündung am Deutschen Eck in Koblenz und erschließt Besuchern das in fünf Bereiche unterteilte Weinanbaugebiet: Obermosel, Saar, Ruwer, Mittelmosel und Untermosel.

Die Route verbindet viele kleine Winzerdörfer und Städte wie Nennig über Trier, Longuich, Bernkastel-Kues, Traben-Trarbach, Zell, Cochem, Treis-Karden und das schon erwähnte Koblenz. Wer der Reiseroute folgt, passiert berühmte Weinlagen mit klingenden Namen, erfährt viel Kulturgeschichtliches über den Weinbau und findet überall Gelegenheiten zur Rast in gemütlichen Lokalen, Weinprobierkellern und Winzerstuben. Willkommen zu Ihrer Reise an die Mosel !

WeinAlte Weinkultur und beeindruckende Landschaften

Das Landschaftsbild der Mosel, das sich den Reisenden der Moselweinstraße erschließt, ist geprägt von den angrenzenden Weinbergen. Besonders eindrucksvoll zeigen sich die Hanglagen an der Mittelmosel, wo zwischen Ediger-Eller und Bremm an bis zu 65 Grad steilen Schieferhängen vor allem Riesling angebaut wird. Hier wachsen einzigartige Weine, die von vielschichtiger Mineralität geprägt sind.
Die junge Winzergeneration der Mosel-Weinbauern nimmt länger schon Abstand von der Massenproduktion früherer Tage und konzentriert sich auf die Herstellung individueller Spitzengewächse des Rieslings, der ein weltweit einzigartiges Qualitätspotential besitzt und mittlerweile auch mit zunehmendem Erfolg unter der „Dachmarke Mosel“ vermarktet wird.

Doch nicht der Wein alleine zieht Reisende ins Moselland: Die einzigartige Mäanderlandschaft der tief in den Fels eingegrabenen Mosel ist eine Jahrtausend alte Kulturlandschaft mit vielen Bau- und Kunstdenkmälern bis zurück in die Römerzeit. Prachtvolle Monumentalbauten wie die Porta Nigra in Trier, rekonstruierte römische Höfe, Villen und Kelteranlagen geben Einblick in die Geschichte: zum Teil wird noch heute der Wein nach alter, römischer Art gekeltert.

Zu Fuß und mit dem Fahrrad

Wer zu Fuß oder auf dem Fahrrad die Moselweinstraße bereist, findet gut ausgebaute Radwegenetze und Wanderwege, auf denen sich die Naturschönheiten und historischen Sehenswürdigkeiten des Mosellands auf angenehm „entschleunigte“ Art erschließen. Alte Lein- oder Treidelpfade der Römer werden heute zusammen mit alten Kreuz- und Pilgerwegen als stimmungsvolle Wander- und Fahrradrouten genutzt. So führt der Mosel-Radwanderweg auf über 270 km Länge von Thionville (Frankreich), der Obermosel und dem Saarburger Land bis nach Koblenz. Auf dem Moselhöhenweg kommen Wanderfreunde auf ihre Kosten, denn auf insgesamt 390 Kilometern genießt man immer neue herrliche Ausblicke auf das Moseltal und wandert weitgehend auf naturbelassenen Wegen, die immer auch Abzweige zum Abstieg in die Winzerorte bieten.

Stationen auf der Moselweinstraße

Ein paar besonders besichtigenswerte Stationen der Moselweinstraße seien hier kurz gelistet – ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Trier: In der ältesten Stadt Deutschlands laden viele Sehenswürdigkeiten zu einer längeren Pause ein, so die berühmten Römerbauten Porta Nigra, die Kaiserthermen und das Amphitheater.

Bernkastel-Kues: Bis zu fünf Stockwerke hohe Fachwerkhäuser rund um den Marktplatz und in den angrenzenden Gassen bewahren den mittelalterlichen Charakter des Ortes. Die hier zu verkostenden Weinlagen “Bernkasteler Badstube”, der “Bernkasteler Doctor”, die “Wehlener Sonnenuhr” oder der “Kueser Kardinalsberg“ lassen Kennern das Wasser im Mund zusammenlaufen!

Traben-Trarbach: Ein Doppel-Städtchen links und rechts der Mosel voller Flair und Charme. Faszinierender Baukunst mit architektonischen Kostbarkeiten aus der Zeit des Jugendstils und der “Belle Epoque” machen den Aufenthalt zu einem besonders romantischen Mosel-Erlebnis. Umgeben von atemberaubenden Schiefersteillagen bietet das Städtchen auf der „Traben-Trarbacher Riesling-Route“ auch viel Informatives rund um den Rebensaft.

Bremm: Oberhalb des Winzerdorfes führt ein Wanderweg durch die Weinberge zum “Bremmer Calmont”, dem mit 72 Prozent Steigung steilsten Weinberg Europas. Der Ausblick vom bewaldeten Gipfel ist faszinierend: im Tal liegt Bremm, daneben die Klosterruine Stuben, umsäumt von flachen Rebfeldern - und dazwischen zwängt sich der Fluss durch die engste Moselschleife.

Deutschland - ein Wurstland

28. Oktober 2009

WurstWenn es um die Wurst geht, sind die Deutschen einzigartig. Nirgendwo sonst ist das Angebot so vielfältig, so regional unterschiedlich und bis heute so traditionell geprägt wie hierzulande. Von den Frankfurter Würstchen über die Salami bis hin zur Blutwurst, die Anzahl der Wurstsorten liegt bei über 1500.

Was ist überhaupt Wurst ?

Kurz gesagt: Schweinedarm mit Fleisch gefüllt. Genauer: zerkleinertes Fleisch, Speck, mitunter auch Innereien, Blut oder Schwarten werden mit Gewürzen vermischt und zu einer Masse gerührt. Anschließend wird diese in natürliche Därme oder andere längliche Hüllen gefüllt und das Ganze geräuchert, getrocknet, gegart oder auf eine andere Art zum Reifen gebracht. Das Resultat ist dann die fertige Wurst.

Wer genau sich dieses Verfahren ausgedacht hat ist ungewiss. Erwiesen ist jedoch, dass bereits die alten Griechen wussten, was Würste sind. Der antike Dichter Homer berichtet in seiner Odyssee von sogenannten Wurstkämpfen, bei denen der beste und tapferste Kämpfer am Ende mit den allerbesten Würsten belohnt wurde.

Wie die Wurst nach Deutschland kam

Erstmals erwähnt wird die Wurst in Deutschland im elften oder zwölften Jahrhundert, zu der Zeit wurden vor allem Brat- und Leberwürste hergestellt. Nach und nach bemühten sich die Metzger darum, die Herstellungsweisen zu verfeinern und neue Sorten zu erfinden. Es gab Wettbewerbe auf Märkten und Festen. Gelagert wurde die wertvolle Ware in Wurstkammern, wo sie vor Dieben geschützt war.

Brühwurst, Kochwurst, Rohwurst?

Die größte Gruppe der in Deutschland hergestellten Wurstwaren sind Brühwürste. Über 800 Sorten sind es, die aus feinem Brät hergestellt und anschließend gebrüht werden. Dazu gehören zum Beispiel die Fleischwurst oder auch die Knackwurst.
Kochwürste dagegen werden aus vorgekochtem Fleisch zubereitet, in diesen Würsten finden sich häufig auch Schwarten oder Innereien. Zu dieser Gruppe gehören unter anderem Blut- oder Zungenwürste, außerdem die bekannte Pfälzer Leberwurst. Bei weiteren etwa 500 Sorten handelt es sich um Rohwürste. Diese werden, wie der Name schon sagt, aus rohem Fleisch hergestellt und anschließend getrocknet oder geräuchert. Rohwürste gibt es aus Schweine-, Rind- oder Lammfleisch. Mett- und Teewürste gehören zu dieser Gruppe und natürlich die Salami.

Bratwurst – die besondere Art

Thüringer BratwurstBratwürste sind von ganz eigener Natur. Je nach Sorte handelt es sich um eine Brüh- oder Rohwurst, es gibt auch geräucherte Bratwürste. Darüber hinaus werden sie vor dem Verzehr gebraten oder gegrillt. Es existieren unendlich viele regionale Varianten der Bratwurst, zum Beispiel in Thüringen, Franken, Nürnberg, Rostock und Hof, um nur einige wenige zu nennen. In der thüringischen Wachsenburggemeinde gibt es sogar ein Bratwurstmuseum.

Frankfurter oder Wiener ?

„Frankfurter Würstchen“ sind kleine Brühwürstchen aus Schweinefleisch, die nach einem speziellen Verfahren geräuchert werden und so ihren ganz eigenen Geschmack erhalten. Um es aber klar zu sagen: „Frankfurter“ stammen eigentlich aus Wien. 1805 stellte dort ein in Frankfurt ausgebildeter Metzger ein ganz ähnliches Produkt aus Schweine- und Rindfleisch her und nannte es „Frankfurter“.
Weltweit ist heute diese Wiener Wurstsorte gemeint, wenn man von „Frankfurtern“ spricht. Nur in Deutschland und in der Schweiz heißt dasselbe Produkt selbstverständlich „Wiener Würstchen“.

Alles klar?

Hamburger Häppchen – der Fischmarkt und andere Spezialitäten

10. September 2009

HamburgWo ein Fluss ins Meer mündet, da kommt Fisch auf den Tisch, denn da ist das Angebot an Süß- und Meerwasserdelikatessen reichhaltig und vielfältig. Wo die Elbe auf die Nordsee trifft, da ist Hamburg, da ist Altona, da ist St. Pauli. Und genau da findet jeden Sonntag der berühmte Hamburger Fischmarkt statt.

Hamburg ist eine Hafenstadt und als solche seit Jahrhunderten mit Produkten aus aller Welt, vor allem mit einer großen Auswahl an Gewürzen vertraut. Dementsprechend weltoffenen gestaltet sich das kulinarische Angebot, auf das der Besucher der Hansestadt trifft: Eine internationale und moderne Küche, die alles bietet, was das Herz begehrt.

Die traditionelle Küche Hamburgs ist und bleibt jedoch geprägt durch das umfangreiche Angebot an Fisch aus Elbe und Nordsee: Fangfrisch zubereitete feine Häppchen aus Scholle oder Rotbarsch, deftig geräucherter Aal im Brötchen oder auch Hamburger Pannfisch, eine gemischte Fischpfanne, die mit Zwiebeln, Eiern und Pellkartoffeln mit Senfsoße serviert wird.
Ergänzt werden die Fischgründe durch Obstlieferungen aus dem Alten Land, einem Teil der südlichen Elbmarsch, und frisches Gemüse aus Vierlanden, das sind vier am südlichen Stadtrand gelegene Ortsteile. So gehören auch kräftige Eintöpfe, die mit Steckrüben, Birnen, Bohnen und Speck oder auch Rindfleisch gekocht werden, zum althergebrachten Angebot auf Hamburgs Esstischen.

Hamburger FischmarktFischmarkt in St. Pauli

Jeden Sonntag von fünf bis zehn Uhr ist der Hamburger Fischmarkt eine Attraktion, die regelmäßig tausende Besucher – Einheimische wie auch zahlreiche Touristen – in seinen Bann zieht. Und das auch im Winter, obwohl das rege Treiben der Marktschreier dann erst um sechs Uhr beginnt.
In der Großen Elbstraße in Altona werden unter freiem Himmel inzwischen zwar Waren aller Art angeboten, typisch bleiben aber die klassischen Händler, die ihren Fisch oder auch Fleisch, Wurst und Käse, lebende Hühner und sogar Brieftauben lautstark an den Mann zu bringen versuchen.

Lecker ist es auf dem Fischmarkt an jeder Ecke. Frischer Fisch ist schließlich reichhaltig vorhanden und wird gleich vor Ort zubereitet. Überall gibt es Fischbuden und kleine Bratküchen: Fischbrötchen mit soeben geräuchertem Rotbarsch oder Aal belegt, gebratene Scholle mit Speck und Gemüse, Matjesgerichte oder grüner Hering und auch Nordseekrabben gehören zum allsonntäglichen Angebot. Im Winter locken natürlich vor allem die mobilen Suppenküchen.

Aalsuppe

Anders als der Name auf den ersten Blick andeutet, enthält die Hamburger Aalsuppe traditionell eigentlich gar keinen Aal. Vielmehr handelt es sich um einen Gemüseeintopf mit Backobst, der auf einem Knochen gekocht wird. Genau betrachtet besagt der Name, dass es sich um ein klassisches Arme-Leute-Essen oder auch Resteessen handelt, bei dem „allens rinnkümmt“ – also „alles hineinkommt“ – was an Zutaten in der Küche gerade vorhanden ist. Um Gäste der Stadt nicht zu enttäuschen wurden allerdings längst Zugeständnisse bei den Zutaten gemacht, daher ist mittlerweile tatsächlich auch Aal in der Aalsuppe zu finden.

Labskaus

Bei dieser norddeutschen Spezialität handelt es sich ursprünglich um ein Gericht für Seeleute und Matrosen, da es ausschließlich aus auf traditionelle Weise haltbar gemachten Zutaten gekocht werden kann. Dazu gehören Pökelfleisch oder Corned Beef, Kartoffeln, Speck und Zwiebeln. Auf die Art zubereitet stand Labskaus auch auf langen Schiffsreisen zur Verfügung. Heute wird das Gericht jedoch vor allem mit Rote Beete und Matjes verfeinert.

Die Optik dagegen bleibt gewöhnungsbedürftig, ist auf den ersten Blick sogar etwas abschreckend. Immerhin werden alle Zutaten rücksichtslos durch den Fleischwolf gedreht und noch dazu mit untergerührten Stampfkartoffeln serviert. Nach dieser radikalen Prozedur sieht die „Pampe“ genau so aus, wie man es sich vorstellt. Schlimm! Davon sollte man sich aber keinesfalls abschrecken lassen. Garniert mit Gürkchen, Rollmops und Spiegelei ist Labskaus eine kleine Köstlichkeit.

Mehr als Äppelwoi und Rippchen: Essen und Trinken in Hessen

10. August 2009

LeipzigFrankfurter Würstchen, gekochte Rippchen und dazu ein Glas Apfelwein bzw. „Ebbelwoi“, der gerne in Krügen namens „Bembel“ ausgeschenkt wird: die landestypisch deftigen Genüsse fallen uns zum Stichwort „Hessen, kulinarisch“ hauptsächlich ein, doch bietet die regionale Küche Hessens weit mehr als diese bekannten Frankfurter Dauerbrenner.

Hessenland - Kartoffelland

Fangen wir mit einem Grundnahrungsmittel an: Hessen ist Kartoffelland. Gegen manche Widerstände eingeführt, galten die nahrhaften Knollen zunächst als Speise für Arme und das Vieh. Erst im 19.Jahrhundert wurde sie zum Lebensmittel Nummer 1 für die breite Masse und verdrängte zunehmend althergebrachte Nutzpflanzen wie Rapunzel, Rüben, Hirse, Buchweizen und Hafer vom Speiseplan.

Sehr typisch für Hessen sind seither Gerichte auf Basis von Kartoffeln und Brot. Zum Beispiel die „Beulches“: Geriebene rohe Kartoffeln, deftig gewürzt, vermischt mit Lauch, Zwiebeln und klein geschnittenem Pökelfleisch werden in Leinenbeutelchen gefüllt und gekocht. Von den Beuteln befreit, in Scheiben geschnitten und angebraten, kommen sie mit Zwiebel- oder Bratensoße auf den Tisch.

Ähnlich der italienischen Pizza gibt es auch belegte Brot- und Hefekuchenvarianten, die früher beim Brotbacken gleich mitgebacken wurden. Der Bloatz besteht aus dünnem Brotteig, auf dem Kartoffeln, Zwiebeln und Speck verteilt werden. Je nach Menge der jeweiligen Zutaten heißt das Gericht “Zwibbelbloatz” oder “Kartoffelbloatz“. Die Spezialität ist im Vogelsbergkreis besonders beliebt und wird in jedem Fall warm gegessen.
Im Herbst jeden Jahres rufen Odenwälder Wirte zur Zeit der Kartoffelernte zu „Kartoffelwochen“ auf und zeigen, was aus der duftenden Knolle herzhaftes und Köstliches zubereitet werden kann. Eine gute Gelegenheit für Reisende, die Fülle der Kartoffel-Spezialitäten kennen zu lernen.

Rohes und halb Vergorenes: Grie Soß und Handkäs

Natürlich sind Pell- oder Bratkartoffeln auch die Sattmacher, die zur berühmten Frankfurter Grünen Soße („grie Soß“) gereicht werden. Das hessische Schnellgericht ist im Grunde ein reines Rohgericht: jede Menge grüne Kräuter, die mit Schmand, Quark, Joghurt oder Mayonnaise und klein gehackten Eiern vermengt auf den Tisch kommen. Ein einfaches, jedoch äußerst wohlschmeckendes Gericht, das im Sommer als leichtes Mittagessen den Magen nicht belastet.

Rohes und halb Vergorenes wird in der hessischen Küche gerne genutzt, was vielen zunächst recht abenteuerlich erscheint. Fasst man aber Mut und probiert zum Beispiel den „Handkäs“, kann es sein, dass man nicht mehr davon lassen möchte: der wohlschmeckende Sauermilchkäse ist besonders fettarm, schmeckt pikant und kommt meistens mit einer Zwiebelvinaigrette auf den Tisch. Hessen nennen das fertige Gericht dann “Handkäs’ mit Musik“. Ursprünglich wurde der Käse mit der Hand geformt, doch erlebte er seinen Boom erst, als der Gastwirt Peter Traiser aus Groß-Gerau 1881 die Handkäs-Maschine erfand. Mit ihr konnten nun 4000 bis 10.000 Rundkäse in der Stunde hergestellt werden, was ihn zu einem günstigen Essen für die Fabrikarbeiter im Rhein-Main-Gebiet machte – und später zur nicht mehr wegzudenkenden hessischen Spezialität.

Süßigkeiten

Menschen, die auf Kalorien achten müssen, tun gut daran, den „Frankfurter Kranz“ links liegen zu lassen: mit Buttercreme und Konfitüre gefüllt und mit Krokant ummantelt, ist er der Star in hessischen Konditoreien und von der gemütlichen Kaffeetafel nicht wegzudenken. Auch die Bethmännchen haben es in sich: die Gebäckspezialität aus Frankfurt besteht aus einem Marzipanteig aus gemahlenen Mandeln, Puderzucker und Rosenwasser. Daraus werden kleine Kugeln geformt, die mit je drei halben Mandeln verziert, mit Eigelb glasiert und gebacken werden.

Etwas weniger zu Buche schlagen die Blechkuchen aus Mürb- und Hefeteig, die in den hessischen Bäckereien in großer Vielfalt angeboten werden: Butterkuchen, Streuselkuchen, Bienenstich, Eierschecke und „Zwetschgendatschi“. Je ach Belag trägt der Kuchen einen anderen Namen. Einige Varianten haben weit über Hessen hinaus Karriere gemacht.

Und der Wein ?

Dem hessischen Apfelwein und den berühmtem Weinen aus dem Rheingau und anderen Weinbaulagen werden wir einen eigenen Artikel widmen, da das Thema den Umfang eines zumutbaren Blogbeitrags bei weitem sprengt – schauen Sie einfach mal wieder rein !

Tipp für einen Urlaub in Hesen: Kurzurlaub & Hotels in Hessen, Wellness Wochenende

Allerlei aus Leipzig

20. Mai 2009

LeipzigIn seiner jüngsten Geschichte wurde Leipzig zur Heldenstadt: 1989, als die regelmäßig stattfindenden Montagsdemonstrationen einen entscheidenden Beitrag zur unmittelbar bevorstehenden Wende in Deutschland leisteten. Die Stadt blickt jedoch auf eine wesentlich ältere Geschichte zurück, im 12. Jahrhundert bereits erhielt sie die Markt- und Stadtrechte.

Allerlei im Original

Zur Freude aller Genießer hat sich in Leipzig über die Jahrhunderte eine vielfältige Küche entwickelt. Leipziger Allerlei, weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt, ist dabei nur eine der schmackhaften Spezialitäten. Das klassische Gericht, das häufig auch als Beilage serviert wird, besteht aus Erbsen, Möhren, Spargel und Morcheln. Dazu kommen Flusskrebse, Krebsbutter und Semmelklößchen.
Es ist also festzuhalten, dass Leipziger Allerlei im Original nicht das Geringste mit dem gleichnamigen Dosengericht zu tun hat. Lediglich einige der Zutaten sind identisch, das ist aber auch alles.

Vögel und Pflaumen

Ebenfalls recht bekannt sind die Leipziger Lerchen. Heutzutage handelt es sich hierbei um ein Makronentörtchen, das mit zwei gekreuzten Teigstreifen verziert ist. Früher verstand man darunter ein aus Feldlerchen zubereitetes Gericht – kein kleiner Unterschied! Das gleichnamige Gebäck wurde jedoch erst nach dem offiziellen Verbot des Vogelfangs in Sachsen im Jahr 1876 erfunden.
Im Ganzen gebratene Lerchen sind heute auf keiner Speisekarte mehr zu finden, schließlich ist der Verzehr von Singvögeln in Deutschland spätestens im 20. Jahrhundert gänzlich aus der Mode gekommen.

Auch Raben sind Singvögel, das ist nur wenig bekannt. Doch auch Leipziger Räbchen werden zum Glück nicht aus Raben gemacht, wie man vielleicht meinen könnte. Vielmehr handelt es sich um mit Marzipan gefüllte Dörrpflaumen, die in Bierteig gewendet und anschließend in Öl ausgebacken werden. Noch heiß gegessen handelt es sich um eine wohlschmeckende Köstlichkeit, eine klassische Süßspeise der bürgerlichen Küche.

Kaffeetempel mit Museum

Auch für die Freunde von Stadtbummel und Kaffeeklatsch bietet Leipzig so einiges. Zum Beispiel eines der ältesten kontinuierlich betriebenen Café-Restaurants Europas, das Coffe Baum. Hier gingen Komponisten und Poeten ein und aus, hier philosophierten Universitätsprofessoren an ihren Stammtischen. Heute beherbergt das Haus neben dem regulären Restaurant- und Cafébetrieb im Obergeschoss ein Museum mit über 500 Exponaten –von ursprünglichen orientalischen Elementen bis zur Meißner Kaffeeschale findet sich hier alles, was mit Kaffee zu tun hat.

Goethe im Keller

In dem wohl berühmtesten Restaurant Leipzigs, in Auerbachs Keller in der Mädlerpassage, soll es gewesen sein: Hier wurde Johann Wolfgang von Goethe zu seiner Tragödie Faust inspiriert. Ob das der Wahrheit entspricht, lässt sich nicht sagen. Sicher ist nur, dass das heute immer noch bestehende Traditionshaus selbst in dem Stück vorkommt. Einer amerikanischen Studie zufolge gehört es zu den zehn bekanntesten Gaststätten der Welt.

Bach und die Orgel

Leipziger Bachpfeiffen sind den Orgelpfeiffen zu Johann Sebastian Bachs Zeiten nachempfunden. Innen sind sie jedoch mit einer Giandulacreme gefüllt und außen mit einer feinen Kaffeekuvertüre umschlossen. Musik ist von den Edelpralinen also eher nicht zu erwarten. Dafür handelt es sich – neben anderen, wesentlich banaleren Anwärtern – um eine der längsten Pralinen der Welt.

Kulinarische Reisewege: die Allgäuer Käseroute

25. März 2009

MoselSind wir in einem vorangegangenen Beitrag den „Bierstraßen im Doppelpack“ gefolgt, so zieht es uns in diesem Artikel auf die „Allgäuer Käseroute“. Wer ans Allgäu denkt, sieht Bilder von glücklichen Kühen auf satten Weiden, liebliche Hügel, malerische Täler und am Horizont die schroffen Gipfel der Alpen. Und was die kulinarischen Genüsse dieser idyllischen Landschaft angeht, denkt man zuvorderst an den Allgäuer Käse, der weit über die Landesgrenzen hinaus gerne genossen wird.
Allgäu-Tipps: Wellness im Allgäu, Urlaub in Hotels im Allgäu

Kleine Geschichte des Allgäuer Käses

KäseSchon in der Römerzeit betrieben die Kelten im Allgäu Alpwirtschaft und verkauften ihren mageren Alpenkäse auch an römische Händler. Der Gelehrte Plinius kannte bereits 20 verschiedene „rätische Käsesorten“. Im 5. Jahrhundert wanderten dann die Alemannen ins Allgäu ein und dehnten die Alpwirtschaft durch Rodungen noch weiter aus. In den folgenden Jahrhunderten reduzierte sich die Käserei-Tradition dann wieder auf die Selbstversorgung, denn die Alpenbauern konzentrierten sich zunehmend auf die Rinderzucht und den Flachsanbau für die Webereien.
Als dann Baumwolle den Flachs verdrängte, verloren viele Allgäuer ihr bescheidenes, aber ausreichendes Einkommen und das Allgäu erlebte karge Zeiten. Findige Allgäuer Händler beobachteten dann in der Schweiz, wie dort Gülle als Dünger auf die Weiden ausgebracht wurde. Das ließ das Gras besser wachsen und die Kühe gaben mehr Milch, die die Schweizer zu wohlschmeckendem Käse verarbeiteten – ein Wissen, das die Allgäuer gerne von den Schweizern übernahmen, einschließlich des KnowHows, wie man große fette Rundkäse herstellt. Seitdem gibt es den „Allgäuer Emmentaler“, doch sind mittlerweile auch viele andere Sorten hinzu gekommen – etwa Limburger, Romadour, Bergkäse und Weißlacker.
Übrigens - immer empfehlenswert ist ein Käse Fondue, natürlich mit einem richtigen Käse Fondue Set !

KäserouteDie Käse-Route

Von Kempten kommend, befährt man die Käse-Route ab Waltenhofen, wo die Straße vorbei am Niedersonthofener See nach Diepolz führt. Dort zeigt das Allgäuer Bergbauern-Museum anschaulich das Leben und Wirtschaften in Steillagen, wo der Winter oft über sechs Monate anhält. Ein Bauernhof und eine Sennerei sind „lebender“ Bestandteil des Freilichtmuseums, in dem man Allgäuer Käsesorten auch ausgiebig verkosten kann.

In der Bergkäserei Diepholz wird seit 1896 Emmentaler und Bergkäse hergestellt – und zwar aus der Milch der umliegende Weiden, die ganz ohne Chemie auskommen. Zur Winterzeit werden die Kühe mit dem Wiesenheu gefüttert. Vergorenes Futter (Silage), Mais und Soja wird nicht beigegeben, das dies den Milchgeschmack (und damit auch den des Käses) verändern würde.

Die Route führt nun weiter nach Immenstadt, wo Wanderfreude vielleicht Lust haben, eine „Burgenwanderung“ zwischen den Burgruinen Laubenbergerstein, Rothenfels, Rauhlaubenberg und Werdenstein einzuschieben. Vorbei am Alpsee geht es weiter durchs Konstanzer Tal, sodann über das Schrothheilbad Oberstaufen und den Ort Stiefenhofen nach Grünenbach. In der Sennerei Grünenbach kann man zuschauen, wie aus Rohmilch Alp- und Bauernkäse entsteht, aber auch einen Abstecher zum drei Kilometer langen „Eistobel“ machen: eine Schlucht, deren sieben tosende Wasserfälle im Winter zu bizarren Eiswänden erstarren.

Ein paar Kilometer weiter Richtung Norden wartet in Isny die ökologische „Käsküche“ auf Besucher und eine gemütliche Altstadt mit regionaler Gastronomie lädt zu einem Bummel ein. Durch eine interessante Seen- und Moorlandschaft gelangt man nach Eglofs, wo das Westallgäu mit seinen sanften Hügeln und Streuobstwiesen beginnt. Kurz vor Wangen führt die Route dann weiter über Deuchelried nach Zurwies, wo eine weitere ökologische Käserei besichtigt werden kann. Diesmal ist es eine „Weichkäserei“, wo man anschaulich die Unterschiede zur Hartkäserei erläutert bekommt.
Weitere Allgäu-Tipps: Wellnesshotels Allgäu, Kurzreisen und Kurzurlaub im Allgäu

Zu guter Letzt erreicht der Reisende Wangen, ein Ort mit malerischen Gassen, Brunnen und Plätzen, der insbesondere Mittwochs einen Besuch wert ist: Am Markttag ist die historische Altstadt besonders lebendig und man hat die Gelegenheit, die Käse-Angebote der verschiedenen Sennereien aus der Gegend miteinander zu vergleichen.

Käse- und Allgäuliebhaber müssen sich nicht auf die hier kurz skizzierte Strecke beschränken: Die „Käse-Route“ umfasst mehrere Varianten und überall findet man Gelegenheit, den Allgäuer Käse in seiner Vielfalt kennen zu lernen und lehrreiche Blicke in ökologische und konventionelle Sennereien zu werfen.
Unser Allgäu-Tipp: Allgäu-ABC | Urlaub, Ferien und Freizeit in den Alpen

Edle Weine an Rhein und Mosel

24. Februar 2009

Haben Sie Lust auf ein Open Air-Rockkonzert, das inmitten von römischen Ruinen stattfindet? Oder wie wäre es mit einer klassischen Oper in einem antiken Amphitheater? Vielleicht interessieren Sie sich ja auch für eine Weinprobe im traditionellen Weinkeller eines alteingesessenen Weinguts?

MoselDas Rhein-Mosel-Dreieck bietet all das und noch viel mehr für die moderne Urlaubgestaltung: Wandern in den Weinbergen, Radfahren oder Klettern in der traumhaften Landschaft mit ihren tiefen Tälern und grandiosen Steilhängen, genüssliche Kanu- und Dampfschifffahrten auf den Flüssen. Wer mag, kann auch mit einem Heißluftballon in die Luft aufsteigen und die fantastische Aussicht über eine faszinierende, über 2000 Jahre alte Kulturlandschaft mit ihren romanischen Kirchen, mittelalterlichen Burgen und gemütlichen Dörfern genießen. Und natürlich empfiehlt sich jederzeit ein Wellnessurlaub an der Mosel oder auch ein Mosel Kurzurlaub.

Die Terrassenmosel: wie für die Rebe gemacht

Die Untermosel, auch Terrassenmosel genannt, ist eine der schönsten Landschaften der Welt. Die herrliche Region mit ihren steileren, in Terrassen angelegten Weinbergen verfügt über ein warmes und trockenes Klima, das einer fast exotischen Flora und Fauna Raum bietet. Hier ist zum Beispiel die seltene Smaragdeidechse beheimatet, und sogar der weltweit geschützte Apollofalter, einer der schönsten deutschen Schmetterlinge, wird häufig gesehen.

Weinbau MoselIm Schnitt ist es im Moseltal drei Grad milder als beispielsweise im angrenzenden Hunsrück, gezählt werden zirka 1600 Sonnenstunden pro Jahr. Aus diesem Grund finden sich insbesondere zwischen Zell und Koblenz terrassierte Steilhänge, die mit ihrer Neigung die Sonneneinstrahlung bestens aufnehmen. Diese hervorragende Lage wird seit Jahrhunderten für den Weinbau genutzt.
Die Wärme speichernden Schieferböden und die Meisterschaft der hiesigen Winzer bringen fantastische, fein strukturierte Weine von hoher Eleganz hervor. Zum Programm gehören seit geraumer Zeit aber auch rassige Sekte.

WeinRiesling, Müller-Thurgau und Eiswein

Speziell für den Riesling eignet sich das Moselklima ganz hervorragend. Aufgrund der sehr langen Reifezeit entstehen besonders fruchtige, elegante und langlebige Weine. Neben den weltweit bekannten und beliebten frucht- und edelsüßen Weinen erzeugen die Winzer aber auch harmonisch trockene Varianten des Rieslings. Darüber hinaus eignet sich dieser aber auch gut als Grundwein zur Sektherstellung.
Der Müller-Thurgau ist die zweithäufigste Rebsorte der Region. Sie lässt sich unter anderem hervorragend zu einem fruchtig-trockenen Sommerwein verarbeiten, der ausgezeichnet zu einer leichten Küche passt und gerne als Schorle genossen wird. Die hellen, goldenen Weine zeichnen sich durch ein feines Pfirsich-Aroma mit Muskatnote aus.
Eiswein ist ein besonders hochwertiges Produkt, das aus weißen Trauben gewonnen wird. Um Eiswein herstellen zu können, müssen die Temperaturen mehrere Stunden unter minus sieben Grad liegen. Die überreifen Trauben werden gefroren geerntet und ebenso gefroren auch gepresst. Beim Keltern laufen dann Zucker und Extraktstoffe in konzentrierter Form ab. Anders als bei anderen hochwertigen Süßweinen sind deshalb beim Eiswein eine frische Säure und intensive Aromen charakteristisch.

Die Faszination der Straußwirtschaft

Straußwirtschaften haben seit jeher einen ganz besonderen Stellenwert unter Weinliebhabern. Hier sitzt man in gemütlicher Runde zusammen, beim Wein wird fröhlich geplaudert und gelacht. Bereits um 800 v. Chr. durften Winzer für eine gewisse Zeit im Jahr ihren eigenen Wein selbst ausschenken. Dieser Zeitraum wurde nach außen durch einen Strauß oder Kranz angezeigt, daher auch der Name. Auch heute noch dürfen Straußwirtschaften für die Dauer von 16 Wochen im Jahr den hauseigenen Wein vor Ort verkaufen. Oft werden dazu einfache, aber leckere Gerichte und kleine regionaltypische Gaumenfreuden gereicht.
Um die Straußenwirtschaft der Wein-Kultur-Landschaft Mosel-Saar-Ruwer bekannter zu machen, bietet die Arbeitsgemeinschaft der Straußwirte jedes Jahr einen Straußwirtschaftspass an, der mit einer netten Prämie lockt: Nach dem Besuch von acht verschiedenen Straußwirtschaften überreicht das achte Weingut dem Gast eine Flasche exzellenten Wein. Nach Abschluss der Saison nimmt der ausgefüllte Pass dann an einer Verlosung teil, bei der Gutscheine für Wochenendreisen auf Winzerhöfen, Verzehrgutscheine und Weinpräsente winken.
Der Pass ist erhältlich in den Touristikämtern an der Mosel und in den Mitgliedsbetrieben, doch kann man ihn auch im Web herunter laden.