Hamburger Häppchen – der Fischmarkt und andere Spezialitäten

10. September 2009

HamburgWo ein Fluss ins Meer mündet, da kommt Fisch auf den Tisch, denn da ist das Angebot an Süß- und Meerwasserdelikatessen reichhaltig und vielfältig. Wo die Elbe auf die Nordsee trifft, da ist Hamburg, da ist Altona, da ist St. Pauli. Und genau da findet jeden Sonntag der berühmte Hamburger Fischmarkt statt.

Hamburg ist eine Hafenstadt und als solche seit Jahrhunderten mit Produkten aus aller Welt, vor allem mit einer großen Auswahl an Gewürzen vertraut. Dementsprechend weltoffenen gestaltet sich das kulinarische Angebot, auf das der Besucher der Hansestadt trifft: Eine internationale und moderne Küche, die alles bietet, was das Herz begehrt.

Die traditionelle Küche Hamburgs ist und bleibt jedoch geprägt durch das umfangreiche Angebot an Fisch aus Elbe und Nordsee: Fangfrisch zubereitete feine Häppchen aus Scholle oder Rotbarsch, deftig geräucherter Aal im Brötchen oder auch Hamburger Pannfisch, eine gemischte Fischpfanne, die mit Zwiebeln, Eiern und Pellkartoffeln mit Senfsoße serviert wird.
Ergänzt werden die Fischgründe durch Obstlieferungen aus dem Alten Land, einem Teil der südlichen Elbmarsch, und frisches Gemüse aus Vierlanden, das sind vier am südlichen Stadtrand gelegene Ortsteile. So gehören auch kräftige Eintöpfe, die mit Steckrüben, Birnen, Bohnen und Speck oder auch Rindfleisch gekocht werden, zum althergebrachten Angebot auf Hamburgs Esstischen.

Hamburger FischmarktFischmarkt in St. Pauli

Jeden Sonntag von fünf bis zehn Uhr ist der Hamburger Fischmarkt eine Attraktion, die regelmäßig tausende Besucher – Einheimische wie auch zahlreiche Touristen – in seinen Bann zieht. Und das auch im Winter, obwohl das rege Treiben der Marktschreier dann erst um sechs Uhr beginnt.
In der Großen Elbstraße in Altona werden unter freiem Himmel inzwischen zwar Waren aller Art angeboten, typisch bleiben aber die klassischen Händler, die ihren Fisch oder auch Fleisch, Wurst und Käse, lebende Hühner und sogar Brieftauben lautstark an den Mann zu bringen versuchen.

Lecker ist es auf dem Fischmarkt an jeder Ecke. Frischer Fisch ist schließlich reichhaltig vorhanden und wird gleich vor Ort zubereitet. Überall gibt es Fischbuden und kleine Bratküchen: Fischbrötchen mit soeben geräuchertem Rotbarsch oder Aal belegt, gebratene Scholle mit Speck und Gemüse, Matjesgerichte oder grüner Hering und auch Nordseekrabben gehören zum allsonntäglichen Angebot. Im Winter locken natürlich vor allem die mobilen Suppenküchen.

Aalsuppe

Anders als der Name auf den ersten Blick andeutet, enthält die Hamburger Aalsuppe traditionell eigentlich gar keinen Aal. Vielmehr handelt es sich um einen Gemüseeintopf mit Backobst, der auf einem Knochen gekocht wird. Genau betrachtet besagt der Name, dass es sich um ein klassisches Arme-Leute-Essen oder auch Resteessen handelt, bei dem „allens rinnkümmt“ – also „alles hineinkommt“ – was an Zutaten in der Küche gerade vorhanden ist. Um Gäste der Stadt nicht zu enttäuschen wurden allerdings längst Zugeständnisse bei den Zutaten gemacht, daher ist mittlerweile tatsächlich auch Aal in der Aalsuppe zu finden.

Labskaus

Bei dieser norddeutschen Spezialität handelt es sich ursprünglich um ein Gericht für Seeleute und Matrosen, da es ausschließlich aus auf traditionelle Weise haltbar gemachten Zutaten gekocht werden kann. Dazu gehören Pökelfleisch oder Corned Beef, Kartoffeln, Speck und Zwiebeln. Auf die Art zubereitet stand Labskaus auch auf langen Schiffsreisen zur Verfügung. Heute wird das Gericht jedoch vor allem mit Rote Beete und Matjes verfeinert.

Die Optik dagegen bleibt gewöhnungsbedürftig, ist auf den ersten Blick sogar etwas abschreckend. Immerhin werden alle Zutaten rücksichtslos durch den Fleischwolf gedreht und noch dazu mit untergerührten Stampfkartoffeln serviert. Nach dieser radikalen Prozedur sieht die „Pampe“ genau so aus, wie man es sich vorstellt. Schlimm! Davon sollte man sich aber keinesfalls abschrecken lassen. Garniert mit Gürkchen, Rollmops und Spiegelei ist Labskaus eine kleine Köstlichkeit.

Mehr als Äppelwoi und Rippchen: Essen und Trinken in Hessen

10. August 2009

LeipzigFrankfurter Würstchen, gekochte Rippchen und dazu ein Glas Apfelwein bzw. „Ebbelwoi“, der gerne in Krügen namens „Bembel“ ausgeschenkt wird: die landestypisch deftigen Genüsse fallen uns zum Stichwort „Hessen, kulinarisch“ hauptsächlich ein, doch bietet die regionale Küche Hessens weit mehr als diese bekannten Frankfurter Dauerbrenner.

Hessenland - Kartoffelland

Fangen wir mit einem Grundnahrungsmittel an: Hessen ist Kartoffelland. Gegen manche Widerstände eingeführt, galten die nahrhaften Knollen zunächst als Speise für Arme und das Vieh. Erst im 19.Jahrhundert wurde sie zum Lebensmittel Nummer 1 für die breite Masse und verdrängte zunehmend althergebrachte Nutzpflanzen wie Rapunzel, Rüben, Hirse, Buchweizen und Hafer vom Speiseplan.

Sehr typisch für Hessen sind seither Gerichte auf Basis von Kartoffeln und Brot. Zum Beispiel die „Beulches“: Geriebene rohe Kartoffeln, deftig gewürzt, vermischt mit Lauch, Zwiebeln und klein geschnittenem Pökelfleisch werden in Leinenbeutelchen gefüllt und gekocht. Von den Beuteln befreit, in Scheiben geschnitten und angebraten, kommen sie mit Zwiebel- oder Bratensoße auf den Tisch.

Ähnlich der italienischen Pizza gibt es auch belegte Brot- und Hefekuchenvarianten, die früher beim Brotbacken gleich mitgebacken wurden. Der Bloatz besteht aus dünnem Brotteig, auf dem Kartoffeln, Zwiebeln und Speck verteilt werden. Je nach Menge der jeweiligen Zutaten heißt das Gericht “Zwibbelbloatz” oder “Kartoffelbloatz“. Die Spezialität ist im Vogelsbergkreis besonders beliebt und wird in jedem Fall warm gegessen.
Im Herbst jeden Jahres rufen Odenwälder Wirte zur Zeit der Kartoffelernte zu „Kartoffelwochen“ auf und zeigen, was aus der duftenden Knolle herzhaftes und Köstliches zubereitet werden kann. Eine gute Gelegenheit für Reisende, die Fülle der Kartoffel-Spezialitäten kennen zu lernen.

Rohes und halb Vergorenes: Grie Soß und Handkäs

Natürlich sind Pell- oder Bratkartoffeln auch die Sattmacher, die zur berühmten Frankfurter Grünen Soße („grie Soß“) gereicht werden. Das hessische Schnellgericht ist im Grunde ein reines Rohgericht: jede Menge grüne Kräuter, die mit Schmand, Quark, Joghurt oder Mayonnaise und klein gehackten Eiern vermengt auf den Tisch kommen. Ein einfaches, jedoch äußerst wohlschmeckendes Gericht, das im Sommer als leichtes Mittagessen den Magen nicht belastet.

Rohes und halb Vergorenes wird in der hessischen Küche gerne genutzt, was vielen zunächst recht abenteuerlich erscheint. Fasst man aber Mut und probiert zum Beispiel den „Handkäs“, kann es sein, dass man nicht mehr davon lassen möchte: der wohlschmeckende Sauermilchkäse ist besonders fettarm, schmeckt pikant und kommt meistens mit einer Zwiebelvinaigrette auf den Tisch. Hessen nennen das fertige Gericht dann “Handkäs’ mit Musik“. Ursprünglich wurde der Käse mit der Hand geformt, doch erlebte er seinen Boom erst, als der Gastwirt Peter Traiser aus Groß-Gerau 1881 die Handkäs-Maschine erfand. Mit ihr konnten nun 4000 bis 10.000 Rundkäse in der Stunde hergestellt werden, was ihn zu einem günstigen Essen für die Fabrikarbeiter im Rhein-Main-Gebiet machte – und später zur nicht mehr wegzudenkenden hessischen Spezialität.

Süßigkeiten

Menschen, die auf Kalorien achten müssen, tun gut daran, den „Frankfurter Kranz“ links liegen zu lassen: mit Buttercreme und Konfitüre gefüllt und mit Krokant ummantelt, ist er der Star in hessischen Konditoreien und von der gemütlichen Kaffeetafel nicht wegzudenken. Auch die Bethmännchen haben es in sich: die Gebäckspezialität aus Frankfurt besteht aus einem Marzipanteig aus gemahlenen Mandeln, Puderzucker und Rosenwasser. Daraus werden kleine Kugeln geformt, die mit je drei halben Mandeln verziert, mit Eigelb glasiert und gebacken werden.

Etwas weniger zu Buche schlagen die Blechkuchen aus Mürb- und Hefeteig, die in den hessischen Bäckereien in großer Vielfalt angeboten werden: Butterkuchen, Streuselkuchen, Bienenstich, Eierschecke und „Zwetschgendatschi“. Je ach Belag trägt der Kuchen einen anderen Namen. Einige Varianten haben weit über Hessen hinaus Karriere gemacht.

Und der Wein ?

Dem hessischen Apfelwein und den berühmtem Weinen aus dem Rheingau und anderen Weinbaulagen werden wir einen eigenen Artikel widmen, da das Thema den Umfang eines zumutbaren Blogbeitrags bei weitem sprengt – schauen Sie einfach mal wieder rein !

Tipp für einen Urlaub in Hesen: Kurzurlaub & Hotels in Hessen, Wellness Wochenende

Allerlei aus Leipzig

20. Mai 2009

LeipzigIn seiner jüngsten Geschichte wurde Leipzig zur Heldenstadt: 1989, als die regelmäßig stattfindenden Montagsdemonstrationen einen entscheidenden Beitrag zur unmittelbar bevorstehenden Wende in Deutschland leisteten. Die Stadt blickt jedoch auf eine wesentlich ältere Geschichte zurück, im 12. Jahrhundert bereits erhielt sie die Markt- und Stadtrechte.

Allerlei im Original

Zur Freude aller Genießer hat sich in Leipzig über die Jahrhunderte eine vielfältige Küche entwickelt. Leipziger Allerlei, weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt, ist dabei nur eine der schmackhaften Spezialitäten. Das klassische Gericht, das häufig auch als Beilage serviert wird, besteht aus Erbsen, Möhren, Spargel und Morcheln. Dazu kommen Flusskrebse, Krebsbutter und Semmelklößchen.
Es ist also festzuhalten, dass Leipziger Allerlei im Original nicht das Geringste mit dem gleichnamigen Dosengericht zu tun hat. Lediglich einige der Zutaten sind identisch, das ist aber auch alles.

Vögel und Pflaumen

Ebenfalls recht bekannt sind die Leipziger Lerchen. Heutzutage handelt es sich hierbei um ein Makronentörtchen, das mit zwei gekreuzten Teigstreifen verziert ist. Früher verstand man darunter ein aus Feldlerchen zubereitetes Gericht – kein kleiner Unterschied! Das gleichnamige Gebäck wurde jedoch erst nach dem offiziellen Verbot des Vogelfangs in Sachsen im Jahr 1876 erfunden.
Im Ganzen gebratene Lerchen sind heute auf keiner Speisekarte mehr zu finden, schließlich ist der Verzehr von Singvögeln in Deutschland spätestens im 20. Jahrhundert gänzlich aus der Mode gekommen.

Auch Raben sind Singvögel, das ist nur wenig bekannt. Doch auch Leipziger Räbchen werden zum Glück nicht aus Raben gemacht, wie man vielleicht meinen könnte. Vielmehr handelt es sich um mit Marzipan gefüllte Dörrpflaumen, die in Bierteig gewendet und anschließend in Öl ausgebacken werden. Noch heiß gegessen handelt es sich um eine wohlschmeckende Köstlichkeit, eine klassische Süßspeise der bürgerlichen Küche.

Kaffeetempel mit Museum

Auch für die Freunde von Stadtbummel und Kaffeeklatsch bietet Leipzig so einiges. Zum Beispiel eines der ältesten kontinuierlich betriebenen Café-Restaurants Europas, das Coffe Baum. Hier gingen Komponisten und Poeten ein und aus, hier philosophierten Universitätsprofessoren an ihren Stammtischen. Heute beherbergt das Haus neben dem regulären Restaurant- und Cafébetrieb im Obergeschoss ein Museum mit über 500 Exponaten –von ursprünglichen orientalischen Elementen bis zur Meißner Kaffeeschale findet sich hier alles, was mit Kaffee zu tun hat.

Goethe im Keller

In dem wohl berühmtesten Restaurant Leipzigs, in Auerbachs Keller in der Mädlerpassage, soll es gewesen sein: Hier wurde Johann Wolfgang von Goethe zu seiner Tragödie Faust inspiriert. Ob das der Wahrheit entspricht, lässt sich nicht sagen. Sicher ist nur, dass das heute immer noch bestehende Traditionshaus selbst in dem Stück vorkommt. Einer amerikanischen Studie zufolge gehört es zu den zehn bekanntesten Gaststätten der Welt.

Bach und die Orgel

Leipziger Bachpfeiffen sind den Orgelpfeiffen zu Johann Sebastian Bachs Zeiten nachempfunden. Innen sind sie jedoch mit einer Giandulacreme gefüllt und außen mit einer feinen Kaffeekuvertüre umschlossen. Musik ist von den Edelpralinen also eher nicht zu erwarten. Dafür handelt es sich – neben anderen, wesentlich banaleren Anwärtern – um eine der längsten Pralinen der Welt.

Kulinarische Reisewege: die Allgäuer Käseroute

25. März 2009

MoselSind wir in einem vorangegangenen Beitrag den „Bierstraßen im Doppelpack“ gefolgt, so zieht es uns in diesem Artikel auf die „Allgäuer Käseroute“. Wer ans Allgäu denkt, sieht Bilder von glücklichen Kühen auf satten Weiden, liebliche Hügel, malerische Täler und am Horizont die schroffen Gipfel der Alpen. Und was die kulinarischen Genüsse dieser idyllischen Landschaft angeht, denkt man zuvorderst an den Allgäuer Käse, der weit über die Landesgrenzen hinaus gerne genossen wird.
Allgäu-Tipps: Wellness im Allgäu, Urlaub in Hotels im Allgäu

Kleine Geschichte des Allgäuer Käses

KäseSchon in der Römerzeit betrieben die Kelten im Allgäu Alpwirtschaft und verkauften ihren mageren Alpenkäse auch an römische Händler. Der Gelehrte Plinius kannte bereits 20 verschiedene „rätische Käsesorten“. Im 5. Jahrhundert wanderten dann die Alemannen ins Allgäu ein und dehnten die Alpwirtschaft durch Rodungen noch weiter aus. In den folgenden Jahrhunderten reduzierte sich die Käserei-Tradition dann wieder auf die Selbstversorgung, denn die Alpenbauern konzentrierten sich zunehmend auf die Rinderzucht und den Flachsanbau für die Webereien.
Als dann Baumwolle den Flachs verdrängte, verloren viele Allgäuer ihr bescheidenes, aber ausreichendes Einkommen und das Allgäu erlebte karge Zeiten. Findige Allgäuer Händler beobachteten dann in der Schweiz, wie dort Gülle als Dünger auf die Weiden ausgebracht wurde. Das ließ das Gras besser wachsen und die Kühe gaben mehr Milch, die die Schweizer zu wohlschmeckendem Käse verarbeiteten – ein Wissen, das die Allgäuer gerne von den Schweizern übernahmen, einschließlich des KnowHows, wie man große fette Rundkäse herstellt. Seitdem gibt es den „Allgäuer Emmentaler“, doch sind mittlerweile auch viele andere Sorten hinzu gekommen – etwa Limburger, Romadour, Bergkäse und Weißlacker.
Übrigens - immer empfehlenswert ist ein Käse Fondue, natürlich mit einem richtigen Käse Fondue Set !

KäserouteDie Käse-Route

Von Kempten kommend, befährt man die Käse-Route ab Waltenhofen, wo die Straße vorbei am Niedersonthofener See nach Diepolz führt. Dort zeigt das Allgäuer Bergbauern-Museum anschaulich das Leben und Wirtschaften in Steillagen, wo der Winter oft über sechs Monate anhält. Ein Bauernhof und eine Sennerei sind „lebender“ Bestandteil des Freilichtmuseums, in dem man Allgäuer Käsesorten auch ausgiebig verkosten kann.

In der Bergkäserei Diepholz wird seit 1896 Emmentaler und Bergkäse hergestellt – und zwar aus der Milch der umliegende Weiden, die ganz ohne Chemie auskommen. Zur Winterzeit werden die Kühe mit dem Wiesenheu gefüttert. Vergorenes Futter (Silage), Mais und Soja wird nicht beigegeben, das dies den Milchgeschmack (und damit auch den des Käses) verändern würde.

Die Route führt nun weiter nach Immenstadt, wo Wanderfreude vielleicht Lust haben, eine „Burgenwanderung“ zwischen den Burgruinen Laubenbergerstein, Rothenfels, Rauhlaubenberg und Werdenstein einzuschieben. Vorbei am Alpsee geht es weiter durchs Konstanzer Tal, sodann über das Schrothheilbad Oberstaufen und den Ort Stiefenhofen nach Grünenbach. In der Sennerei Grünenbach kann man zuschauen, wie aus Rohmilch Alp- und Bauernkäse entsteht, aber auch einen Abstecher zum drei Kilometer langen „Eistobel“ machen: eine Schlucht, deren sieben tosende Wasserfälle im Winter zu bizarren Eiswänden erstarren.

Ein paar Kilometer weiter Richtung Norden wartet in Isny die ökologische „Käsküche“ auf Besucher und eine gemütliche Altstadt mit regionaler Gastronomie lädt zu einem Bummel ein. Durch eine interessante Seen- und Moorlandschaft gelangt man nach Eglofs, wo das Westallgäu mit seinen sanften Hügeln und Streuobstwiesen beginnt. Kurz vor Wangen führt die Route dann weiter über Deuchelried nach Zurwies, wo eine weitere ökologische Käserei besichtigt werden kann. Diesmal ist es eine „Weichkäserei“, wo man anschaulich die Unterschiede zur Hartkäserei erläutert bekommt.
Weitere Allgäu-Tipps: Wellnesshotels Allgäu, Kurzreisen und Kurzurlaub im Allgäu

Zu guter Letzt erreicht der Reisende Wangen, ein Ort mit malerischen Gassen, Brunnen und Plätzen, der insbesondere Mittwochs einen Besuch wert ist: Am Markttag ist die historische Altstadt besonders lebendig und man hat die Gelegenheit, die Käse-Angebote der verschiedenen Sennereien aus der Gegend miteinander zu vergleichen.

Käse- und Allgäuliebhaber müssen sich nicht auf die hier kurz skizzierte Strecke beschränken: Die „Käse-Route“ umfasst mehrere Varianten und überall findet man Gelegenheit, den Allgäuer Käse in seiner Vielfalt kennen zu lernen und lehrreiche Blicke in ökologische und konventionelle Sennereien zu werfen.
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Edle Weine an Rhein und Mosel

24. Februar 2009

Haben Sie Lust auf ein Open Air-Rockkonzert, das inmitten von römischen Ruinen stattfindet? Oder wie wäre es mit einer klassischen Oper in einem antiken Amphitheater? Vielleicht interessieren Sie sich ja auch für eine Weinprobe im traditionellen Weinkeller eines alteingesessenen Weinguts?

MoselDas Rhein-Mosel-Dreieck bietet all das und noch viel mehr für die moderne Urlaubgestaltung: Wandern in den Weinbergen, Radfahren oder Klettern in der traumhaften Landschaft mit ihren tiefen Tälern und grandiosen Steilhängen, genüssliche Kanu- und Dampfschifffahrten auf den Flüssen. Wer mag, kann auch mit einem Heißluftballon in die Luft aufsteigen und die fantastische Aussicht über eine faszinierende, über 2000 Jahre alte Kulturlandschaft mit ihren romanischen Kirchen, mittelalterlichen Burgen und gemütlichen Dörfern genießen. Und natürlich empfiehlt sich jederzeit ein Wellnessurlaub an der Mosel oder auch ein Mosel Kurzurlaub.

Die Terrassenmosel: wie für die Rebe gemacht

Die Untermosel, auch Terrassenmosel genannt, ist eine der schönsten Landschaften der Welt. Die herrliche Region mit ihren steileren, in Terrassen angelegten Weinbergen verfügt über ein warmes und trockenes Klima, das einer fast exotischen Flora und Fauna Raum bietet. Hier ist zum Beispiel die seltene Smaragdeidechse beheimatet, und sogar der weltweit geschützte Apollofalter, einer der schönsten deutschen Schmetterlinge, wird häufig gesehen.

Weinbau MoselIm Schnitt ist es im Moseltal drei Grad milder als beispielsweise im angrenzenden Hunsrück, gezählt werden zirka 1600 Sonnenstunden pro Jahr. Aus diesem Grund finden sich insbesondere zwischen Zell und Koblenz terrassierte Steilhänge, die mit ihrer Neigung die Sonneneinstrahlung bestens aufnehmen. Diese hervorragende Lage wird seit Jahrhunderten für den Weinbau genutzt.
Die Wärme speichernden Schieferböden und die Meisterschaft der hiesigen Winzer bringen fantastische, fein strukturierte Weine von hoher Eleganz hervor. Zum Programm gehören seit geraumer Zeit aber auch rassige Sekte.

WeinRiesling, Müller-Thurgau und Eiswein

Speziell für den Riesling eignet sich das Moselklima ganz hervorragend. Aufgrund der sehr langen Reifezeit entstehen besonders fruchtige, elegante und langlebige Weine. Neben den weltweit bekannten und beliebten frucht- und edelsüßen Weinen erzeugen die Winzer aber auch harmonisch trockene Varianten des Rieslings. Darüber hinaus eignet sich dieser aber auch gut als Grundwein zur Sektherstellung.
Der Müller-Thurgau ist die zweithäufigste Rebsorte der Region. Sie lässt sich unter anderem hervorragend zu einem fruchtig-trockenen Sommerwein verarbeiten, der ausgezeichnet zu einer leichten Küche passt und gerne als Schorle genossen wird. Die hellen, goldenen Weine zeichnen sich durch ein feines Pfirsich-Aroma mit Muskatnote aus.
Eiswein ist ein besonders hochwertiges Produkt, das aus weißen Trauben gewonnen wird. Um Eiswein herstellen zu können, müssen die Temperaturen mehrere Stunden unter minus sieben Grad liegen. Die überreifen Trauben werden gefroren geerntet und ebenso gefroren auch gepresst. Beim Keltern laufen dann Zucker und Extraktstoffe in konzentrierter Form ab. Anders als bei anderen hochwertigen Süßweinen sind deshalb beim Eiswein eine frische Säure und intensive Aromen charakteristisch.

Die Faszination der Straußwirtschaft

Straußwirtschaften haben seit jeher einen ganz besonderen Stellenwert unter Weinliebhabern. Hier sitzt man in gemütlicher Runde zusammen, beim Wein wird fröhlich geplaudert und gelacht. Bereits um 800 v. Chr. durften Winzer für eine gewisse Zeit im Jahr ihren eigenen Wein selbst ausschenken. Dieser Zeitraum wurde nach außen durch einen Strauß oder Kranz angezeigt, daher auch der Name. Auch heute noch dürfen Straußwirtschaften für die Dauer von 16 Wochen im Jahr den hauseigenen Wein vor Ort verkaufen. Oft werden dazu einfache, aber leckere Gerichte und kleine regionaltypische Gaumenfreuden gereicht.
Um die Straußenwirtschaft der Wein-Kultur-Landschaft Mosel-Saar-Ruwer bekannter zu machen, bietet die Arbeitsgemeinschaft der Straußwirte jedes Jahr einen Straußwirtschaftspass an, der mit einer netten Prämie lockt: Nach dem Besuch von acht verschiedenen Straußwirtschaften überreicht das achte Weingut dem Gast eine Flasche exzellenten Wein. Nach Abschluss der Saison nimmt der ausgefüllte Pass dann an einer Verlosung teil, bei der Gutscheine für Wochenendreisen auf Winzerhöfen, Verzehrgutscheine und Weinpräsente winken.
Der Pass ist erhältlich in den Touristikämtern an der Mosel und in den Mitgliedsbetrieben, doch kann man ihn auch im Web herunter laden.

Auf der Viezstraße durch das Saargau

29. Januar 2009

SaarlandMit dem appetitanregenden Slogan “Unsere Landschaft schmeckt” wirbt die Themenroute „Viezstraße“ seit 1997 um kulinarisch interessierte Reisende, die Lust auf eine Erkundung des „Äppelkeschd“ haben, wie die Saarländer das liebliche Obstbaugebiet im Dreiländereck nennen.

„Viez“ ist der traditionelle Haustrunk der Saarländer, im Hessischen als „Äppelwoi“ und in Frankreich als „Cidre“ bekannt. Gelegentlich werden bei der Herstellung auch Äpfel und Birnen gemischt. Die verwendeten Viezäpfel (Holzäpfel) sind meist kleine, saure, aromatische Mostapfel-Sorten aus dem Streuobstbau, die für den direkten Verzehr nicht geeignet sind – wohl aber für die Herstellung des Apfelweins, der aus marktgängigen Sorten mangels Säure nicht gewonnen werden könnte.

Die Viezstraße verläuft in Nord-Südrichtung von der Stadt Konz an der Saar bis nach Überherrn-Berus auf dem Saargau. Die Landschaft ist geprägt von unzähligen Streuobstwiesen mit zigtausenden Obstbäumen. Wer die wunderschöne Landschaft gerne zu Fuß erkundet, kann sich auf den „Streuobstwanderweg“ machen, der von der Mosel über den Saar-Mosel-Gau durch das Saartal bis in den Schwarzwälder Hochwald führt.

Gemütliche Restaurants, Gasthäuser, Brennereien, Probierstuben und Bauernläden laden Reisende auf der Viezstraße zur kulinarischen Rast. Drei Tage Zeit sollten man aber schon mitbringen, um die ca. 150 Kilometer lange Straße auf verkehrsarmen Wegen ohne Hektik zu bereisen.
Auch als Radtour ist die Strecke sehr geeignet! Wer länger Zeit hat, kann die Viezstraße mit der Moselweinstraße und der Saar-Riesling-Straße kombinieren und so auch die berühmten Moselweine verkosten und bei den Winzern viel über deren Herstellung lernen.

Äpfel„Apfelzeit“

Jedes Jahr finden in den Dörfern und Städtchen entlang der Viezstraße eine Reihe Veranstaltungen rund um den „Viez“ statt. Gastgeber sind Baumschulen, Gärtnereien, Obstbaubetriebe und Restaurants. Die ersten Festivitäten beginnen mit der Baumblüte im April, und zur Erntezeit im Herbst locken die Edelobstanbauer und Viezerzeuger in Fremersdorf, Kreuzweiler und den Obermoseldörfern mit dem “Äppelfeschd“. Vielerorts gibt es übers ganze Jahr Viez- und Schnapsprämierungen und Verkostungen in Obstbau- und Brennereibetrieben. S
pezielle Bus- und Wandertouren an der Viezstrasse und im Dreiländereck, und nicht zuletzt die Viezfeste in Merzig und Fisch ziehen jedes Jahr viele Gäste an. Ein Veranstaltungskalender zur „Apfelzeit“ ist in den regionalen Tourismusbüros erhältlich.

Liköre & Schnäpse

Nicht allein der Apfelwein trägt zum guten Ruf der Viezstraße bei: Die Edelschnäpse und Liköre aus dem Obst der Region haben ein Niveau, das dem Vergleich mit exquisiten Marken standhält - allerdings bei deutlich günstigeren Preisen. Immer wieder erreichen Edelbrände von „Viezstraße“-Betrieben regionale wie auch überregionale Auszeichnungen.
Größte Sorgfalt bei der Verarbeitung und die Verwendung ausschließlich gesunder, vollreifer Früchte machen den Erfolg aus, wovon sich Besucher der zahlreichen gastfreundlichen Betriebe, die gerne lehrreiche Einblicke bieten, überzeugen können.

Guten Appetit!

Ein Hauch der Grande Cuisine Frankreichs weht durch die saarländische Küche – das Dreiländereck ist seit Jahrzehnten berühmt für seine vielen, auch bei einem internationalen Publikum beliebten Gourmet-Tempel. Und doch ist die regionale Küche auch von den
einfachen Bedürfnissen der Bauern und Bergleute geprägt. Das zeigen etwa Spezialitäten wie „Budeng mit Gelleriewemutsch“: deutsche Hausmannskost, französisch verpackt. Genauer betrachtet ist das eine französische „Boudain“ (warme Blutwurst) mit einem deutschen „Mutsch“ aus pürierten Gelbrüben und Kartoffeln.

Erklärtes Lieblingsgericht der Saarländer ist jedoch der Schwenkbraten (Schwenkbròòde), der auf vielen Volksfesten angeboten wird: es sind pikant marinierte Koteletts vom Schwein, die auf dem typisch saarländischen, dreibeinigen Grill gebraten werden, bei dem der dreh- und schwenkbare Grillrost an einer Kette über dem Feuer hängt.

Reisende auf der Viezstraße sollten jedoch eine andere Spezialität nicht auslassen, nämlich den “Viezbraten”: ein in Apfelwein marinierter Braten mit Äpfeln und Pflaumen, zu dem der saure „Viez“ ganz wunderbar mundet – guten Appetit!

Schlemmen in den Kaiserbädern

5. Januar 2009

Urlaub in den KaiserbädernHeringsdorf, Ahlbeck und Bansin sind die drei berühmten Seeheilbäder am Ende der Insel Usedom (Tipp: Usedom Urlaub), deren große Vergangenheit sie mit Fug und Recht zu „Kaiserbädern“ macht. Weltläufig und mondän mit bis zu 70 Meter breiten weißen Sandstränden, mit Seebrücken und luxuriösen Hotels (Tipp: Usedom Hotels), dabei voller Charme und Herzlichkeit, die jährlich viele Kur- und Wellness-Urlauber anzieht.

Den kulinarischen Genüssen, die sich den Erholung Suchenden in den drei Badeorten bieten, sei dieser kleine Überblick gewidmet, wofür wir uns zunächst die Küche der Region in Erinnerung rufen: Usedom gehört zu Mecklenburg-Vorpommern, das im Allgemeinen für seine bodenständige und nördlich-deftige Küche bekannt ist. Kartoffeln (auch Tüften genannt) spielen eine große Rolle, Grünkohl und Süßsaures sind ebenfalls beliebt. Meer- und Süßwasser-Fische bereichern in vielerlei Formen die Speisekarte: „Gebackener Spickaal“ und „Braden Maischull“ (gebratene Maischolle) sind traditionelle Fischgerichte, die man in heimischen Gaststätten probieren kann. Haltbar gemacht wird der Fisch immer schon mittels Räuchern: Der Appetit anregende Geruch der Räucherkammern begleitet den Besucher die ganze Küste entlang.

Heringsdorf: Die Neue Pommersche Küche

Eine andere kulinarische Welt betritt der Gast jedoch in Heringsdorf, wo der Spitzenkoch Jörg Gleißner im „Restaurant 1900“ in der Villa St. Hubertus seine „Neue Pommersche Küche“ zelebriert. Weiße Tischdecken, gedämpftes Kerzenlicht im stilvollen Ambiente direkt an der Strandpromenade ergeben das passende Umfeld für ein Erlebnis, das dem Genießer Überraschungen bietet wie etwa Rauchfischpralinés, scharfe Honig-Senf-Früchte oder köstliche schwarze Nüsse.

Die „Neue Pommersche Küche“, die Gleißner als eingetragenes Label hat schützen lassen, basiert auf zwei Hauptgedanken: Einerseits sollen geschichtliche Werte in Form von Rezepturen bewahrt und nach heutigen ernährungsphysiologischen Erkenntnissen aus regionalen Produkten zubereitet werden. Andrerseits will man die historisch gewachsenen Rezepturen „trendig darstellen“, also auch zeitgemäßer Kreativität freien Lauf lassen.
Und die Ergebnisse sprechen für sich, z.B. der Kidasch, eine Pommersche Vorspeisenspezialität aus mariniertem Krebsfleisch, eingelegtem Schafskäse, Honiglachs & Rauchfisch-Pralinés, die mit einem Salatbukett, Senffrüchten und geröstetem Schwarzbrot gereicht wird. Auch das „Heringsfilet Altpommern” in Senf-Kräuterkruste kann den Gast entzücken, genau wie die moderne Interpretation des traditionellen „Zanderfilet auf Haferstroh“ mit Wildkerbelsauce und pommerschen Kartoffeln.

SpätzleDer Usedomer Grand Schlemm

Wer Anfang Mai die Kaiserbäder besucht, hat die Gelegenheit, den „Usedomer Grand Schlemm“ mitzuerleben: die kulinarische Strandmeile ist ein Event am Strand von Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin, der hungrigen Teilnehmer an neun Gourmet-Picknickplätzen Spezialitäten der örtlichen Spitzenrestaurants serviert – beginnend mit Champagner in der Austern-Bar. Genüsslich wandert man die neun Stationen entlang, deren aromatische Köstlichkeiten sich zu einem veritablen 9-Gänge-Menü zusammen setzen.
Das Menü wechselt von Jahr zu Jahr, doch darf man Erzeugnisse gehobener Kochkunst erwarten wie etwa die „Miniatur vom Tafelspitz mit Apfelkren“, die „Gelatine von der Maispoularde mit Fruchtgemüse und Safranrisotto“ oder die „„Tarte Brûlèe von Mascarpone und Zitrone“ aus vergangenen Jahren.
Die Tour startet in Ahlbeck und kostet im Jahr 2009 69,- Euro. Frühes Buchen empfiehlt sich, da es nur 400 Tickets für die begehrte Veranstaltung geben wird.

Das Comeback des Ostseeschnäpels

Lange Zeit war er fast verschwunden, doch nun gibt es ihn wieder in ausreichender Menge: der delikate Ostseeschnäpel mit seinem festen, mageren Fleisch – auch bekannt als Steinlachs – ist in seine Heimatgewässer zurückgekehrt. Bund und Land unterstützten die Wiederansiedlung in der Pommerschen Bucht, im Stettiner Haff und im Achterwasser, so dass der beliebte Speisefisch nun wieder die Speisekarten der örtlichen Restaurants bereichert und zunächst als „kulinarische Sensation“ gefeiert wurde. Ob an Weißweinsauce, im Teigmantel oder als delikate Suppe - der Ostseeschnäpel ist eine wohlschmeckende und zudem gesunde Spezialität, die aus der Vielfalt der „Neuen pommerschen Küche“ hervortritt und den Gaumen von Einheimischen und Gästen verwöhnt.

Weder Fisch, noch Fleisch, sondern die Kartoffel steht dann im September im Mittelpunkt des Interesses: Das Kartoffelfest mit den darauf folgenden „Tüftentagen“ findet am zweiten Wochenende statt und gibt den Köchen der drei Heilbäder Gelegenheit, ihre speziellen Leckereien rund um den Erdapfel zu präsentieren – was natürlich nicht heißt, dass die Gerichte durchweg vegetarisch wären!

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Falls wir Ihren Appetit auf die kulinarischen Abenteuer in den Kaiserbädern geweckt haben, empfehlen wir für Ihre Reise die folgenden Hotels: Hotel in Ahlbeck, Hotel in Heringsdorf, Wellness Hotel Heringsdorf, Hotel in Bansin

Der Christstollen: ein Gebäck aus Sachsen macht Karriere

3. Dezember 2008

ChriststollenDass der berühmte Christstollen mit seinen reichhaltigen süßen Zutaten einst ein mageres Fastengebäck war, merkt man ihm heute wahrlich nicht mehr an!
Wasser, Hafer und Rüböl waren die einzig erlaubten Zutaten in der von katholischen Dogmen genau geregelten adventlichen Fastenzeit. 1329 wurde das Gebäck erstmalig urkundlich erwähnt: In Naumburg an der Saale tauchte der Stollen als Weihnachtsgabe für Bischof Heinrich auf. Papst Innozenz VIII. gestattete dann 1491 auf Bitten des Adels die Verwendung von Butter statt Öl und wirkte so an der Entwicklung des heutigen Rezepts mit. Allerdings mussten die adligen Schlemmermäuler dafür ein saftiges Bußgeld zahlen, das unter anderem zur Errichtung des Freiberger Doms verwendet wurde.

Vom Drasdoer zum Dresdener Stollen

Im sächsischen Torgau soll es gewesen sein, wo Hofbäcker Heinrich Drasdo dem vorweihnachtlichen Fastenstollen mit vielerlei süßen und fruchtigen Zutaten den verführerischen Geschmack verlieh. Aus dem reizlosen Fastengebäck wurde ein richtiges Festgebäck, das wir bis heute kennen und schätzen. Im Andenken an den kreativen Bäckermeister hieß der Stollen „Drasdoer Stollen“ und war bald in ganz Sachsen und den umliegenden Ländern berühmt.

In Dresden, das wir heute als die „Urheimat des Christstollens“ ansehen, wurde das vorweihnachtliche Gebäck erst 1474 amtlich erwähnt.
Als „Christbrod“ tauchte der Stollen auf Rechnungen auf, umgangssprachlich nannte man ihn „Striezel“. So wurde er auch Namensgeber des „Dresdener Striezelmarkts“, der als ältester Weihnachtsmarkt Deutschlands heute noch statt findet. Das „Stollenfest“ vor dem zweiten Advent entstand im Gedenken an August den Starken, der 1730 einen Stollen von acht Tonnen backen ließ. „Nicht kleckern, klotzen!“ mag er sich gedacht haben und ging mit dem Monsterkuchen immerhin in die Geschichte ein.

Um den „Original Dresdener Stollen“ tobte über Jahrhunderte ein Konkurrenzkampf, denn auch Bäcker aus Meißen und anderen Städten verkauften ihre Stollen auf den Dresdener Festen – zum Unmut der ortsansässigen Bäcker. 1648 gelang es ihnen, die unerwünschten Rivalen zu verdrängen und sich das Privileg zu erkämpfen, auf dem Striezelmarkt nur noch eigene, also echt Dresdener Stollen verkaufen zu dürfen.

Fast ein wenig skurril wirkt, dass der Dresdener Stollen auch Gegenstand deutsch-deutscher Vereinigungsverhandlungen wurde: die Bezeichnung wurde in deren Folge als geografische Herkunftsangabe geschützt und später auch als Marke eingetragen. Nur in Dresden gebackene Christstollen dürfen seit 1997 als „Dresdner Stollen“ gehandelt werden. Über die Einhaltung der Vorschrift wacht der „Schutzverband Dresdner Stollen“, damit alles seine Ordnung hat.

Rezepte und Varianten

Obwohl geschützt, ist die Rezeptur des „Dresdener Stollen“ kein Geheimnis: Neben Mehl, Hefe, Vollmilch und Kristallzucker kommt viel frische Butter, Zitronat, Orangeat, Sultaninen, Mandeln und Gewürze in den Teig. Bezogen auf zehn Kilo Mehl enthält ein Stollenteig drei Kilo Butter – also nichts für Menschen, die auf die schlanke Linie achten müssen.

Mittlerweile sind viele Varianten des Christstollens entstanden: In den Supermärkten finden sich hauptsächlich Butterstollen (mit besonders viel Butter gebacken), Mandelstollen und Marzipanstollen - auch Persipan findet in der preiswerteren Variante Verwendung.
Sehr gehaltvoll ist auch der Mohnstollen, der als Füllung mindestens 20% Mohn enthält. Im lockereren Quarkstollen wird Quark bzw. Frischkäse verarbeitet, die Butter darf hier durch Margarine ersetzt werden.

Da die Kreativität der Bäckermeister kaum Grenzen kennt, gibt es mittlerweile auch Rotweinstollen und Champagnerstollen, in denen die Milch durch das entsprechende geistige Getränk ersetzt wird und auch die Früchte vorab in Wein, bzw. Champagner eingelegt werden.

Allen Christstollen ist eines gemeinsam: sie sind mit einem dicken Mantel aus Puderzucker umhüllt, der an das Christkind in Windeln erinnern soll. Trotz seiner schlichten Form zählt der Christstollen daher zu den „Gebildebroten“. So heißen alle Gebäcke, die mittels ihrer Form ein Motiv darstellen sollen.

Der Christstollen kommt heute bereits ab September in die Läden - was ihm nicht schadet, denn eine längere Liegezeit braucht er sogar, um sein volles Aroma zu entfalten. Nach Weihnachten finden sich dann die nicht verkauften Exemplare meist zu einem sehr günstigen Preis, als Schnäppchen für alle, die ein wenig mehr vom süßen Genuss vertragen: der Stollen zum Kaffee schmeckt auch noch im kalten Januar - z.B. bei einem Urlaub in einem Hotel in Sachsen.

Süßes in der Weihnachtszeit: Lebkuchen

21. November 2008

LebkuchenWinterzeit ist Lebkuchenzeit: zwar haben wir uns daran gewöhnt, die vorweihnachtliche Süßigkeit schon ab September in den Supermärkten vorzufinden, doch der richtige Appetit darauf stellt sich erst im November ein. Denn jetzt hat die dunkle Jahreszeit wirklich begonnen und das verminderte Sonnenlicht drückt auf die Stimmung. Da kommen die nicht bloß süßen, sondern auch recht würzigen Lebkuchen gerade recht!

Heilende und aufmunternde Gewürze

Anis, Nelken, Koriander, Kardamon, Piment, und Zimt sind die am häufigsten verwendete Lebkuchengewürze. Sie schmecken nicht nur gut, sondern haben auch Heilwirkungen, die in die Winterzeit passen, nämlich in die Zeit der Erkältungen und der vielen schweren Festessen: Anis ist zum Beispiel gut gegen Husten, Piment unterstützt die Verdauung, Zimtrindenöl wirkt antiseptisch, durchwärmt den Organismus und regt Herz und Kreislauf an.
Die vielfach in Lebkuchen enthaltenen gemahlenen Gewürznelken sind reich an ätherischem Öl, das das Wachstum von Bakterien, Viren und Pilzen hemmt. Koriander hilft gegen Völlegefühl, und Kardamom, das wohl bekannteste Lebkuchengewürz, soll stimmungsaufhellende Wirkungen besitzen.

SpätzleLebkuchen-Geschichte

Nicht die Nürnberger haben den Lebkuchen erfunden, wie man angesichts der Bekanntheit der Nürnberger Lebkuchen denken könnte. Die Vorläufer der heutigen Lebkuchen sind uralt: „Honigkuchen“ gab es im Orient seit Jahrtausenden und bei den Römern waren sie als Geschenke für die Armen verbreitet. Zu ihren Bestandteilen Mehl, Eiern und Honig kamen im Lauf der Zeit Mandeln, Zitronat, Nüsse und Gewürze hinzu. Dass Lebkuchen so süß sind, ist eine zweifelhafte Errungenschaft unserer Zeit, in der die Produzenten wissen, dass Zucker süchtig macht.

Mit Weihnachten hatten die Lebkuchen ursprünglich nichts zu tun: in einem Ulmer Kloster wurde der „Urlebkuchen“, der dem heute üblichen Backwerk ähnlich ist, vor etwa 700 Jahren erstmalig gebacken. Die Oblate, auf die der in die Breite fließende Teig gesetzt wurde, hat dennoch nichts mit Hostien zu tun, sondern sollte lediglich das Anhaften des Teiges am Blech verhindern.

Nürnberger Lebkuchen

Nürnberger Gewürzhändler und Fränkische Imker brachten die Spezialität nach Nürnberg, wo dem Lebkuchen eine große Zukunft bevor stand. Die verkehrsgünstigen Lage der alten Reichshauptstadt am Schnittpunkt der Handels- und Gewürzstraßen machte es möglich, ebenso die Bienenzüchterei, die im Reichswald rund um die Stadt intensiv betrieben wurde. Honig war damals das wichtigste Süßungsmittel, ostindischer Kolonialzucker dagegen rar und teuer.

Seit 1867 wurden zur Produktion des Nürnberger Lebkuchens Rühr- und Knetmaschinen eingesetzt, es entwickelte sich die Nürnberger Lebkuchenindustrie, die die Herstellung weitgehend automatisierte. Doch immer noch finden sich in der Stadt auch Bäckereien, die die Lebkuchen „handgeformt und handgestrichen“ anbieten. Es lohnt, einen Nürnberg-Besuch in die Weihnachtszeit zu legen und diese Leckerbissen jenseits der Massenware zu kosten!

Besondere Sorgfalt verwenden die Hersteller auch auf die Auswahl der Lebkuchendosen und Lebkuchentruhen. Es sind fantasievolle und nostalgische Behältnisse, die teils zu echten Sammlerstücken wurden.

Aachener Printen

Die neben den „Nürnbergern“ vielleicht berühmtesten Lebkuchen, die Aachener Printen; stammen vermutlich aus dem belgischen Dinant, wo schon seit 1000 Jahren „Gebildbrote“ hergestellt wurden.
Sie stellten Kinder und Heilige dar und dienten sowohl als Schmuck wie auch als Nahrung. Apotheker verkauften als erste Gebäcke dieser Art, da man dem Honig und den anderen im Teig erhaltenen Gewürzen diverse Heilwirkungen zusprach. Anders als die Nürberger Lebkuchen wurden sie nicht mich Honig gesüßt, sondern seit Anfang des 19. Jahrhunderts mit Sirup aus der Zuckerrübe. Der Teig wurde durch den Sirup zäher und der Geschmack herber, aus Gründen der Tradition blieb man später dabei.
Ursprünglich waren Printen ausschließlich Gebildegebäcke, deren „Figurenschmuck“ durch geringeren Triebmittelzusatz nach dem Backen noch gut zu erkennen war. Dadurch waren sie allerdings auch sehr hart zum Anbeißen und so wurde im Lauf der Zeit mehr Triebmittel zugesetzt, was zur heutigen Handelsform, den Schnittprinten führte. Es gibt sie heute in vielen Geschmacksvarianten, in ihrer Naturform als Kräuterprinte, mit Schokoladenüberzug, mit Nüssen oder Mandeln, mit Zuckerglasur (Prinzessprinten), mit Marzipan, aber auch als Saft- oder Weichprinte.
Im Raum Aachen und Eschweiler werden Printen auch in der Sauerbratensoße neben Rosinen und Rübenkraut verwendet. Und auch beim Wildbraten machen Süße und Würze der Printen den Geschmack angenehm rund.

Noch ein Tipp zur Weihnachtszeit: Machen Sie doch mal einen Kurzurlaub an der Ostsee und besuchen Sie dieAdventsmärkte in Mecklenburg-Vorpommern !

Rund um die Nudel: macht sie glücklich oder doch nur dick ?

18. November 2008

SpätzleDie gute Nachricht: entgegen immer wieder auftauchenden hartnäckigen Gerüchten ist es nicht die Nudel, die dick macht, sondern allenfalls die Soße, mit der man sie serviert. Mit nur einem Prozent Fettanteil und ca. 120 Kalorien pro 100 Gramm gekochten Nudeln zählen die beliebten Teigwaren sogar zu den „schlanken“ Lebensmitteln, die von Ernährungsexperten empfohlen werden.
Da in Deutschland Nudeln vor allem aus Hartweizen hergestellt werden, bestehen sie zu fast drei Vierteln aus komplexen Kohlenhydraten, sind also reich an Ballaststoffen und machen lange satt. Eben diese Kohlenhydrate sind auch der Grund, warum Nudeln „glücklich machen“: sie regen im menschlichen Gehirn die Produktion des Botenstoffs Serotonin an, der als Stimmungsaufheller bekannt ist.

Historie: Woher kommt die Nudel ?

Obwohl darüber immer wieder gerne gestritten wird, weißt alles daraufhin, dass Nudelgerichte in Südeuropa und Ostasien unabhängig voneinander entwickelt wurden. Die Mär, Marco Polo habe die Nudel aus China mitgebracht, ist falsch, denn man fand in etruskischen Gräbern (Italien) Bilder von der Nudelherstellung lange vor Christi Geburt. Die älteste Nudelfabrik Deutschlands ist die Erfurter Teigwarenfabrik, die sogar heute noch existiert.

Nudeln kulinarisch

Die deutsche Nudelküche ist (wenn man von den Nudelformen einmal absieht) alles in allem vielseitiger als die italienische. Nudeln fungieren nicht nur als sättigende Beilage, die sich mit Fisch und Meeresfrüchten ebenso gut wie mit Rind, Huhn oder Schwein verträgt. Sie spielen auch gerne die Hauptrolle in Suppen, Aufläufen und Salaten und ergeben in Kombination mit Gemüsen aller Art interessante vegetarische Gerichte. In süßer Form – z.B. mit Apfelmus - eignen sich Nudeln sogar als Nachtisch, der bei Kindern besonders beliebt ist.

Die vielfältigen Formen der Nudeln machen sie jeweils für bestimmte Gerichte besonders geeignet: Buchstaben und Sternchen gehören in die Suppe, Bandnudeln passen sehr gut zum Braten, zu Ragout und auch zu Meeresfrüchten. Makkaroni, Penne und Spaghetti kombiniert man oft mit Soßen verschiedenster Art, wobei die „geriffelten“ Penne („rigate“) besonders gut Flüssigkeit aufnehmen können, ebenso wie die beliebten Spiralen.

Im Trend liegen derzeit die schon bei der Herstellung im Teig mit Kräutern oder Gemüse, z.B. Basilikum und Rote Beete angereicherte Nudeln. Eier werden dagegen schon immer gerne zugesetzt: sie verfeinern die Nudeln und ergänzen mit ihren Proteinen den Nährwert auf ideale Weise.
Auch farblich bietet die Nudel Abwechslung, denn mittlerweile gibt es gelbe, grüne, rote oder schwarze Nudeln – und auch die Vollkornnudel sei hier nicht vergessen, die mit ihren Ballaststoffen für die gute Verdauung sorgen.

Regionale Spezialitäten und der Nudel-Äquator

Süddeutschland ist ohne Zweifel die deutsche Nudelheimat, weshalb man die Main-Linie auch oft als den „Nudel-Äquator“ bezeichnet: nördlich davon dominiert die Kartoffel, im Süden ist die Nudel nicht wegzudenken. Nirgendwo sonst sind so viele regionale Nudelspezialitäten entstanden und auch von der Menge her werden in Bayern und Baden-Württemberg mit Abstand die meisten Nudeln verzehrt.

Schwäbische Spätzle sind sicher die bekannteste Spezialität aus dieser Region, die auf eine 400-jährige Tradition der Spätzle-Zubereitung zurück blickt.
Noch immer sind Spätzle zum Sonntagsbraten selbstverständlich, doch auch die in Schwaben beliebten süßsauren „Linsen mit Spätzle“ und die überbackenen Käsespätzle sind weit über die Landesgrenzen hinaus berühmt. Ihre Zubereitung geschieht traditionell per Hand, indem man den Teil von einem glatten Brett direkt ins kochende Wasser schabt, doch haben sich mittlerweile mechanische Spätzle-Pressen durchgesetzt, die weniger Mühe machen und gleichförmigere Ergebnisse garantieren. Knöpfle sind Spätzle in rundlicher Form und für beide Nudelarten existieren in der Region unzählige Varianten, z.B. Milchknöpfle, Apfelspätzle, Buchweizenspätzle, Gemüsespätzle, Haferspätzle, Hirsespätzle, Spinatspätzle, Tomatenspätzle und viele mehr.

Weit über Süddeutschland hinaus beliebt sind auch die schwäbischen Maultaschen. Nudelteigtaschen werden mit Fleisch, Kräutern und Gemüse gefüllt, in der vegetarischen Variante auch gerne mit Quark und Spinat. Serviert werden sie in der Suppe oder in der Pfanne goldbraun gebraten – in der Pfannenvariante auch gerne mit einem grünen Salat oder sogar Kartoffelsalat.

Wem wir nun Appetit auf eine kleine Schlemmer-Reise durch das Land der Spätzle, Knöpfle und Maultaschen gemacht haben, dem seien z.B. Hotels einige Wellnesshotels im Schwarzwald als Ausgangsbasis empfohlen.