Edle Weine an Rhein und Mosel

24. Februar 2009

Haben Sie Lust auf ein Open Air-Rockkonzert, das inmitten von römischen Ruinen stattfindet? Oder wie wäre es mit einer klassischen Oper in einem antiken Amphitheater? Vielleicht interessieren Sie sich ja auch für eine Weinprobe im traditionellen Weinkeller eines alteingesessenen Weinguts?

MoselDas Rhein-Mosel-Dreieck bietet all das und noch viel mehr für die moderne Urlaubgestaltung: Wandern in den Weinbergen, Radfahren oder Klettern in der traumhaften Landschaft mit ihren tiefen Tälern und grandiosen Steilhängen, genüssliche Kanu- und Dampfschifffahrten auf den Flüssen. Wer mag, kann auch mit einem Heißluftballon in die Luft aufsteigen und die fantastische Aussicht über eine faszinierende, über 2000 Jahre alte Kulturlandschaft mit ihren romanischen Kirchen, mittelalterlichen Burgen und gemütlichen Dörfern genießen. Und natürlich empfiehlt sich jederzeit ein Wellnessurlaub an der Mosel oder auch ein Mosel Kurzurlaub.

Die Terrassenmosel: wie für die Rebe gemacht

Die Untermosel, auch Terrassenmosel genannt, ist eine der schönsten Landschaften der Welt. Die herrliche Region mit ihren steileren, in Terrassen angelegten Weinbergen verfügt über ein warmes und trockenes Klima, das einer fast exotischen Flora und Fauna Raum bietet. Hier ist zum Beispiel die seltene Smaragdeidechse beheimatet, und sogar der weltweit geschützte Apollofalter, einer der schönsten deutschen Schmetterlinge, wird häufig gesehen.

Weinbau MoselIm Schnitt ist es im Moseltal drei Grad milder als beispielsweise im angrenzenden Hunsrück, gezählt werden zirka 1600 Sonnenstunden pro Jahr. Aus diesem Grund finden sich insbesondere zwischen Zell und Koblenz terrassierte Steilhänge, die mit ihrer Neigung die Sonneneinstrahlung bestens aufnehmen. Diese hervorragende Lage wird seit Jahrhunderten für den Weinbau genutzt.
Die Wärme speichernden Schieferböden und die Meisterschaft der hiesigen Winzer bringen fantastische, fein strukturierte Weine von hoher Eleganz hervor. Zum Programm gehören seit geraumer Zeit aber auch rassige Sekte.

WeinRiesling, Müller-Thurgau und Eiswein

Speziell für den Riesling eignet sich das Moselklima ganz hervorragend. Aufgrund der sehr langen Reifezeit entstehen besonders fruchtige, elegante und langlebige Weine. Neben den weltweit bekannten und beliebten frucht- und edelsüßen Weinen erzeugen die Winzer aber auch harmonisch trockene Varianten des Rieslings. Darüber hinaus eignet sich dieser aber auch gut als Grundwein zur Sektherstellung.
Der Müller-Thurgau ist die zweithäufigste Rebsorte der Region. Sie lässt sich unter anderem hervorragend zu einem fruchtig-trockenen Sommerwein verarbeiten, der ausgezeichnet zu einer leichten Küche passt und gerne als Schorle genossen wird. Die hellen, goldenen Weine zeichnen sich durch ein feines Pfirsich-Aroma mit Muskatnote aus.
Eiswein ist ein besonders hochwertiges Produkt, das aus weißen Trauben gewonnen wird. Um Eiswein herstellen zu können, müssen die Temperaturen mehrere Stunden unter minus sieben Grad liegen. Die überreifen Trauben werden gefroren geerntet und ebenso gefroren auch gepresst. Beim Keltern laufen dann Zucker und Extraktstoffe in konzentrierter Form ab. Anders als bei anderen hochwertigen Süßweinen sind deshalb beim Eiswein eine frische Säure und intensive Aromen charakteristisch.

Die Faszination der Straußwirtschaft

Straußwirtschaften haben seit jeher einen ganz besonderen Stellenwert unter Weinliebhabern. Hier sitzt man in gemütlicher Runde zusammen, beim Wein wird fröhlich geplaudert und gelacht. Bereits um 800 v. Chr. durften Winzer für eine gewisse Zeit im Jahr ihren eigenen Wein selbst ausschenken. Dieser Zeitraum wurde nach außen durch einen Strauß oder Kranz angezeigt, daher auch der Name. Auch heute noch dürfen Straußwirtschaften für die Dauer von 16 Wochen im Jahr den hauseigenen Wein vor Ort verkaufen. Oft werden dazu einfache, aber leckere Gerichte und kleine regionaltypische Gaumenfreuden gereicht.
Um die Straußenwirtschaft der Wein-Kultur-Landschaft Mosel-Saar-Ruwer bekannter zu machen, bietet die Arbeitsgemeinschaft der Straußwirte jedes Jahr einen Straußwirtschaftspass an, der mit einer netten Prämie lockt: Nach dem Besuch von acht verschiedenen Straußwirtschaften überreicht das achte Weingut dem Gast eine Flasche exzellenten Wein. Nach Abschluss der Saison nimmt der ausgefüllte Pass dann an einer Verlosung teil, bei der Gutscheine für Wochenendreisen auf Winzerhöfen, Verzehrgutscheine und Weinpräsente winken.
Der Pass ist erhältlich in den Touristikämtern an der Mosel und in den Mitgliedsbetrieben, doch kann man ihn auch im Web herunter laden.

Auf der Viezstraße durch das Saargau

29. Januar 2009

SaarlandMit dem appetitanregenden Slogan “Unsere Landschaft schmeckt” wirbt die Themenroute „Viezstraße“ seit 1997 um kulinarisch interessierte Reisende, die Lust auf eine Erkundung des „Äppelkeschd“ haben, wie die Saarländer das liebliche Obstbaugebiet im Dreiländereck nennen.

„Viez“ ist der traditionelle Haustrunk der Saarländer, im Hessischen als „Äppelwoi“ und in Frankreich als „Cidre“ bekannt. Gelegentlich werden bei der Herstellung auch Äpfel und Birnen gemischt. Die verwendeten Viezäpfel (Holzäpfel) sind meist kleine, saure, aromatische Mostapfel-Sorten aus dem Streuobstbau, die für den direkten Verzehr nicht geeignet sind – wohl aber für die Herstellung des Apfelweins, der aus marktgängigen Sorten mangels Säure nicht gewonnen werden könnte.

Die Viezstraße verläuft in Nord-Südrichtung von der Stadt Konz an der Saar bis nach Überherrn-Berus auf dem Saargau. Die Landschaft ist geprägt von unzähligen Streuobstwiesen mit zigtausenden Obstbäumen. Wer die wunderschöne Landschaft gerne zu Fuß erkundet, kann sich auf den „Streuobstwanderweg“ machen, der von der Mosel über den Saar-Mosel-Gau durch das Saartal bis in den Schwarzwälder Hochwald führt.

Gemütliche Restaurants, Gasthäuser, Brennereien, Probierstuben und Bauernläden laden Reisende auf der Viezstraße zur kulinarischen Rast. Drei Tage Zeit sollten man aber schon mitbringen, um die ca. 150 Kilometer lange Straße auf verkehrsarmen Wegen ohne Hektik zu bereisen.
Auch als Radtour ist die Strecke sehr geeignet! Wer länger Zeit hat, kann die Viezstraße mit der Moselweinstraße und der Saar-Riesling-Straße kombinieren und so auch die berühmten Moselweine verkosten und bei den Winzern viel über deren Herstellung lernen.

Äpfel„Apfelzeit“

Jedes Jahr finden in den Dörfern und Städtchen entlang der Viezstraße eine Reihe Veranstaltungen rund um den „Viez“ statt. Gastgeber sind Baumschulen, Gärtnereien, Obstbaubetriebe und Restaurants. Die ersten Festivitäten beginnen mit der Baumblüte im April, und zur Erntezeit im Herbst locken die Edelobstanbauer und Viezerzeuger in Fremersdorf, Kreuzweiler und den Obermoseldörfern mit dem “Äppelfeschd“. Vielerorts gibt es übers ganze Jahr Viez- und Schnapsprämierungen und Verkostungen in Obstbau- und Brennereibetrieben. S
pezielle Bus- und Wandertouren an der Viezstrasse und im Dreiländereck, und nicht zuletzt die Viezfeste in Merzig und Fisch ziehen jedes Jahr viele Gäste an. Ein Veranstaltungskalender zur „Apfelzeit“ ist in den regionalen Tourismusbüros erhältlich.

Liköre & Schnäpse

Nicht allein der Apfelwein trägt zum guten Ruf der Viezstraße bei: Die Edelschnäpse und Liköre aus dem Obst der Region haben ein Niveau, das dem Vergleich mit exquisiten Marken standhält - allerdings bei deutlich günstigeren Preisen. Immer wieder erreichen Edelbrände von „Viezstraße“-Betrieben regionale wie auch überregionale Auszeichnungen.
Größte Sorgfalt bei der Verarbeitung und die Verwendung ausschließlich gesunder, vollreifer Früchte machen den Erfolg aus, wovon sich Besucher der zahlreichen gastfreundlichen Betriebe, die gerne lehrreiche Einblicke bieten, überzeugen können.

Guten Appetit!

Ein Hauch der Grande Cuisine Frankreichs weht durch die saarländische Küche – das Dreiländereck ist seit Jahrzehnten berühmt für seine vielen, auch bei einem internationalen Publikum beliebten Gourmet-Tempel. Und doch ist die regionale Küche auch von den
einfachen Bedürfnissen der Bauern und Bergleute geprägt. Das zeigen etwa Spezialitäten wie „Budeng mit Gelleriewemutsch“: deutsche Hausmannskost, französisch verpackt. Genauer betrachtet ist das eine französische „Boudain“ (warme Blutwurst) mit einem deutschen „Mutsch“ aus pürierten Gelbrüben und Kartoffeln.

Erklärtes Lieblingsgericht der Saarländer ist jedoch der Schwenkbraten (Schwenkbròòde), der auf vielen Volksfesten angeboten wird: es sind pikant marinierte Koteletts vom Schwein, die auf dem typisch saarländischen, dreibeinigen Grill gebraten werden, bei dem der dreh- und schwenkbare Grillrost an einer Kette über dem Feuer hängt.

Reisende auf der Viezstraße sollten jedoch eine andere Spezialität nicht auslassen, nämlich den “Viezbraten”: ein in Apfelwein marinierter Braten mit Äpfeln und Pflaumen, zu dem der saure „Viez“ ganz wunderbar mundet – guten Appetit!

Schlemmen in den Kaiserbädern

5. Januar 2009

Urlaub in den KaiserbädernHeringsdorf, Ahlbeck und Bansin sind die drei berühmten Seeheilbäder am Ende der Insel Usedom (Tipp: Usedom Urlaub), deren große Vergangenheit sie mit Fug und Recht zu „Kaiserbädern“ macht. Weltläufig und mondän mit bis zu 70 Meter breiten weißen Sandstränden, mit Seebrücken und luxuriösen Hotels (Tipp: Usedom Hotels), dabei voller Charme und Herzlichkeit, die jährlich viele Kur- und Wellness-Urlauber anzieht.

Den kulinarischen Genüssen, die sich den Erholung Suchenden in den drei Badeorten bieten, sei dieser kleine Überblick gewidmet, wofür wir uns zunächst die Küche der Region in Erinnerung rufen: Usedom gehört zu Mecklenburg-Vorpommern, das im Allgemeinen für seine bodenständige und nördlich-deftige Küche bekannt ist. Kartoffeln (auch Tüften genannt) spielen eine große Rolle, Grünkohl und Süßsaures sind ebenfalls beliebt. Meer- und Süßwasser-Fische bereichern in vielerlei Formen die Speisekarte: „Gebackener Spickaal“ und „Braden Maischull“ (gebratene Maischolle) sind traditionelle Fischgerichte, die man in heimischen Gaststätten probieren kann. Haltbar gemacht wird der Fisch immer schon mittels Räuchern: Der Appetit anregende Geruch der Räucherkammern begleitet den Besucher die ganze Küste entlang.

Heringsdorf: Die Neue Pommersche Küche

Eine andere kulinarische Welt betritt der Gast jedoch in Heringsdorf, wo der Spitzenkoch Jörg Gleißner im „Restaurant 1900“ in der Villa St. Hubertus seine „Neue Pommersche Küche“ zelebriert. Weiße Tischdecken, gedämpftes Kerzenlicht im stilvollen Ambiente direkt an der Strandpromenade ergeben das passende Umfeld für ein Erlebnis, das dem Genießer Überraschungen bietet wie etwa Rauchfischpralinés, scharfe Honig-Senf-Früchte oder köstliche schwarze Nüsse.

Die „Neue Pommersche Küche“, die Gleißner als eingetragenes Label hat schützen lassen, basiert auf zwei Hauptgedanken: Einerseits sollen geschichtliche Werte in Form von Rezepturen bewahrt und nach heutigen ernährungsphysiologischen Erkenntnissen aus regionalen Produkten zubereitet werden. Andrerseits will man die historisch gewachsenen Rezepturen „trendig darstellen“, also auch zeitgemäßer Kreativität freien Lauf lassen.
Und die Ergebnisse sprechen für sich, z.B. der Kidasch, eine Pommersche Vorspeisenspezialität aus mariniertem Krebsfleisch, eingelegtem Schafskäse, Honiglachs & Rauchfisch-Pralinés, die mit einem Salatbukett, Senffrüchten und geröstetem Schwarzbrot gereicht wird. Auch das „Heringsfilet Altpommern” in Senf-Kräuterkruste kann den Gast entzücken, genau wie die moderne Interpretation des traditionellen „Zanderfilet auf Haferstroh“ mit Wildkerbelsauce und pommerschen Kartoffeln.

SpätzleDer Usedomer Grand Schlemm

Wer Anfang Mai die Kaiserbäder besucht, hat die Gelegenheit, den „Usedomer Grand Schlemm“ mitzuerleben: die kulinarische Strandmeile ist ein Event am Strand von Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin, der hungrigen Teilnehmer an neun Gourmet-Picknickplätzen Spezialitäten der örtlichen Spitzenrestaurants serviert – beginnend mit Champagner in der Austern-Bar. Genüsslich wandert man die neun Stationen entlang, deren aromatische Köstlichkeiten sich zu einem veritablen 9-Gänge-Menü zusammen setzen.
Das Menü wechselt von Jahr zu Jahr, doch darf man Erzeugnisse gehobener Kochkunst erwarten wie etwa die „Miniatur vom Tafelspitz mit Apfelkren“, die „Gelatine von der Maispoularde mit Fruchtgemüse und Safranrisotto“ oder die „„Tarte Brûlèe von Mascarpone und Zitrone“ aus vergangenen Jahren.
Die Tour startet in Ahlbeck und kostet im Jahr 2009 69,- Euro. Frühes Buchen empfiehlt sich, da es nur 400 Tickets für die begehrte Veranstaltung geben wird.

Das Comeback des Ostseeschnäpels

Lange Zeit war er fast verschwunden, doch nun gibt es ihn wieder in ausreichender Menge: der delikate Ostseeschnäpel mit seinem festen, mageren Fleisch – auch bekannt als Steinlachs – ist in seine Heimatgewässer zurückgekehrt. Bund und Land unterstützten die Wiederansiedlung in der Pommerschen Bucht, im Stettiner Haff und im Achterwasser, so dass der beliebte Speisefisch nun wieder die Speisekarten der örtlichen Restaurants bereichert und zunächst als „kulinarische Sensation“ gefeiert wurde. Ob an Weißweinsauce, im Teigmantel oder als delikate Suppe - der Ostseeschnäpel ist eine wohlschmeckende und zudem gesunde Spezialität, die aus der Vielfalt der „Neuen pommerschen Küche“ hervortritt und den Gaumen von Einheimischen und Gästen verwöhnt.

Weder Fisch, noch Fleisch, sondern die Kartoffel steht dann im September im Mittelpunkt des Interesses: Das Kartoffelfest mit den darauf folgenden „Tüftentagen“ findet am zweiten Wochenende statt und gibt den Köchen der drei Heilbäder Gelegenheit, ihre speziellen Leckereien rund um den Erdapfel zu präsentieren – was natürlich nicht heißt, dass die Gerichte durchweg vegetarisch wären!

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Falls wir Ihren Appetit auf die kulinarischen Abenteuer in den Kaiserbädern geweckt haben, empfehlen wir für Ihre Reise die folgenden Hotels: Hotel in Ahlbeck, Hotel in Heringsdorf, Wellness Hotel Heringsdorf, Hotel in Bansin

Der Christstollen: ein Gebäck aus Sachsen macht Karriere

3. Dezember 2008

ChriststollenDass der berühmte Christstollen mit seinen reichhaltigen süßen Zutaten einst ein mageres Fastengebäck war, merkt man ihm heute wahrlich nicht mehr an!
Wasser, Hafer und Rüböl waren die einzig erlaubten Zutaten in der von katholischen Dogmen genau geregelten adventlichen Fastenzeit. 1329 wurde das Gebäck erstmalig urkundlich erwähnt: In Naumburg an der Saale tauchte der Stollen als Weihnachtsgabe für Bischof Heinrich auf. Papst Innozenz VIII. gestattete dann 1491 auf Bitten des Adels die Verwendung von Butter statt Öl und wirkte so an der Entwicklung des heutigen Rezepts mit. Allerdings mussten die adligen Schlemmermäuler dafür ein saftiges Bußgeld zahlen, das unter anderem zur Errichtung des Freiberger Doms verwendet wurde.

Vom Drasdoer zum Dresdener Stollen

Im sächsischen Torgau soll es gewesen sein, wo Hofbäcker Heinrich Drasdo dem vorweihnachtlichen Fastenstollen mit vielerlei süßen und fruchtigen Zutaten den verführerischen Geschmack verlieh. Aus dem reizlosen Fastengebäck wurde ein richtiges Festgebäck, das wir bis heute kennen und schätzen. Im Andenken an den kreativen Bäckermeister hieß der Stollen „Drasdoer Stollen“ und war bald in ganz Sachsen und den umliegenden Ländern berühmt.

In Dresden, das wir heute als die „Urheimat des Christstollens“ ansehen, wurde das vorweihnachtliche Gebäck erst 1474 amtlich erwähnt.
Als „Christbrod“ tauchte der Stollen auf Rechnungen auf, umgangssprachlich nannte man ihn „Striezel“. So wurde er auch Namensgeber des „Dresdener Striezelmarkts“, der als ältester Weihnachtsmarkt Deutschlands heute noch statt findet. Das „Stollenfest“ vor dem zweiten Advent entstand im Gedenken an August den Starken, der 1730 einen Stollen von acht Tonnen backen ließ. „Nicht kleckern, klotzen!“ mag er sich gedacht haben und ging mit dem Monsterkuchen immerhin in die Geschichte ein.

Um den „Original Dresdener Stollen“ tobte über Jahrhunderte ein Konkurrenzkampf, denn auch Bäcker aus Meißen und anderen Städten verkauften ihre Stollen auf den Dresdener Festen – zum Unmut der ortsansässigen Bäcker. 1648 gelang es ihnen, die unerwünschten Rivalen zu verdrängen und sich das Privileg zu erkämpfen, auf dem Striezelmarkt nur noch eigene, also echt Dresdener Stollen verkaufen zu dürfen.

Fast ein wenig skurril wirkt, dass der Dresdener Stollen auch Gegenstand deutsch-deutscher Vereinigungsverhandlungen wurde: die Bezeichnung wurde in deren Folge als geografische Herkunftsangabe geschützt und später auch als Marke eingetragen. Nur in Dresden gebackene Christstollen dürfen seit 1997 als „Dresdner Stollen“ gehandelt werden. Über die Einhaltung der Vorschrift wacht der „Schutzverband Dresdner Stollen“, damit alles seine Ordnung hat.

Rezepte und Varianten

Obwohl geschützt, ist die Rezeptur des „Dresdener Stollen“ kein Geheimnis: Neben Mehl, Hefe, Vollmilch und Kristallzucker kommt viel frische Butter, Zitronat, Orangeat, Sultaninen, Mandeln und Gewürze in den Teig. Bezogen auf zehn Kilo Mehl enthält ein Stollenteig drei Kilo Butter – also nichts für Menschen, die auf die schlanke Linie achten müssen.

Mittlerweile sind viele Varianten des Christstollens entstanden: In den Supermärkten finden sich hauptsächlich Butterstollen (mit besonders viel Butter gebacken), Mandelstollen und Marzipanstollen - auch Persipan findet in der preiswerteren Variante Verwendung.
Sehr gehaltvoll ist auch der Mohnstollen, der als Füllung mindestens 20% Mohn enthält. Im lockereren Quarkstollen wird Quark bzw. Frischkäse verarbeitet, die Butter darf hier durch Margarine ersetzt werden.

Da die Kreativität der Bäckermeister kaum Grenzen kennt, gibt es mittlerweile auch Rotweinstollen und Champagnerstollen, in denen die Milch durch das entsprechende geistige Getränk ersetzt wird und auch die Früchte vorab in Wein, bzw. Champagner eingelegt werden.

Allen Christstollen ist eines gemeinsam: sie sind mit einem dicken Mantel aus Puderzucker umhüllt, der an das Christkind in Windeln erinnern soll. Trotz seiner schlichten Form zählt der Christstollen daher zu den „Gebildebroten“. So heißen alle Gebäcke, die mittels ihrer Form ein Motiv darstellen sollen.

Der Christstollen kommt heute bereits ab September in die Läden - was ihm nicht schadet, denn eine längere Liegezeit braucht er sogar, um sein volles Aroma zu entfalten. Nach Weihnachten finden sich dann die nicht verkauften Exemplare meist zu einem sehr günstigen Preis, als Schnäppchen für alle, die ein wenig mehr vom süßen Genuss vertragen: der Stollen zum Kaffee schmeckt auch noch im kalten Januar - z.B. bei einem Urlaub in einem Hotel in Sachsen.

Süßes in der Weihnachtszeit: Lebkuchen

21. November 2008

LebkuchenWinterzeit ist Lebkuchenzeit: zwar haben wir uns daran gewöhnt, die vorweihnachtliche Süßigkeit schon ab September in den Supermärkten vorzufinden, doch der richtige Appetit darauf stellt sich erst im November ein. Denn jetzt hat die dunkle Jahreszeit wirklich begonnen und das verminderte Sonnenlicht drückt auf die Stimmung. Da kommen die nicht bloß süßen, sondern auch recht würzigen Lebkuchen gerade recht!

Heilende und aufmunternde Gewürze

Anis, Nelken, Koriander, Kardamon, Piment, und Zimt sind die am häufigsten verwendete Lebkuchengewürze. Sie schmecken nicht nur gut, sondern haben auch Heilwirkungen, die in die Winterzeit passen, nämlich in die Zeit der Erkältungen und der vielen schweren Festessen: Anis ist zum Beispiel gut gegen Husten, Piment unterstützt die Verdauung, Zimtrindenöl wirkt antiseptisch, durchwärmt den Organismus und regt Herz und Kreislauf an.
Die vielfach in Lebkuchen enthaltenen gemahlenen Gewürznelken sind reich an ätherischem Öl, das das Wachstum von Bakterien, Viren und Pilzen hemmt. Koriander hilft gegen Völlegefühl, und Kardamom, das wohl bekannteste Lebkuchengewürz, soll stimmungsaufhellende Wirkungen besitzen.

SpätzleLebkuchen-Geschichte

Nicht die Nürnberger haben den Lebkuchen erfunden, wie man angesichts der Bekanntheit der Nürnberger Lebkuchen denken könnte. Die Vorläufer der heutigen Lebkuchen sind uralt: „Honigkuchen“ gab es im Orient seit Jahrtausenden und bei den Römern waren sie als Geschenke für die Armen verbreitet. Zu ihren Bestandteilen Mehl, Eiern und Honig kamen im Lauf der Zeit Mandeln, Zitronat, Nüsse und Gewürze hinzu. Dass Lebkuchen so süß sind, ist eine zweifelhafte Errungenschaft unserer Zeit, in der die Produzenten wissen, dass Zucker süchtig macht.

Mit Weihnachten hatten die Lebkuchen ursprünglich nichts zu tun: in einem Ulmer Kloster wurde der „Urlebkuchen“, der dem heute üblichen Backwerk ähnlich ist, vor etwa 700 Jahren erstmalig gebacken. Die Oblate, auf die der in die Breite fließende Teig gesetzt wurde, hat dennoch nichts mit Hostien zu tun, sondern sollte lediglich das Anhaften des Teiges am Blech verhindern.

Nürnberger Lebkuchen

Nürnberger Gewürzhändler und Fränkische Imker brachten die Spezialität nach Nürnberg, wo dem Lebkuchen eine große Zukunft bevor stand. Die verkehrsgünstigen Lage der alten Reichshauptstadt am Schnittpunkt der Handels- und Gewürzstraßen machte es möglich, ebenso die Bienenzüchterei, die im Reichswald rund um die Stadt intensiv betrieben wurde. Honig war damals das wichtigste Süßungsmittel, ostindischer Kolonialzucker dagegen rar und teuer.

Seit 1867 wurden zur Produktion des Nürnberger Lebkuchens Rühr- und Knetmaschinen eingesetzt, es entwickelte sich die Nürnberger Lebkuchenindustrie, die die Herstellung weitgehend automatisierte. Doch immer noch finden sich in der Stadt auch Bäckereien, die die Lebkuchen „handgeformt und handgestrichen“ anbieten. Es lohnt, einen Nürnberg-Besuch in die Weihnachtszeit zu legen und diese Leckerbissen jenseits der Massenware zu kosten!

Besondere Sorgfalt verwenden die Hersteller auch auf die Auswahl der Lebkuchendosen und Lebkuchentruhen. Es sind fantasievolle und nostalgische Behältnisse, die teils zu echten Sammlerstücken wurden.

Aachener Printen

Die neben den „Nürnbergern“ vielleicht berühmtesten Lebkuchen, die Aachener Printen; stammen vermutlich aus dem belgischen Dinant, wo schon seit 1000 Jahren „Gebildbrote“ hergestellt wurden.
Sie stellten Kinder und Heilige dar und dienten sowohl als Schmuck wie auch als Nahrung. Apotheker verkauften als erste Gebäcke dieser Art, da man dem Honig und den anderen im Teig erhaltenen Gewürzen diverse Heilwirkungen zusprach. Anders als die Nürberger Lebkuchen wurden sie nicht mich Honig gesüßt, sondern seit Anfang des 19. Jahrhunderts mit Sirup aus der Zuckerrübe. Der Teig wurde durch den Sirup zäher und der Geschmack herber, aus Gründen der Tradition blieb man später dabei.
Ursprünglich waren Printen ausschließlich Gebildegebäcke, deren „Figurenschmuck“ durch geringeren Triebmittelzusatz nach dem Backen noch gut zu erkennen war. Dadurch waren sie allerdings auch sehr hart zum Anbeißen und so wurde im Lauf der Zeit mehr Triebmittel zugesetzt, was zur heutigen Handelsform, den Schnittprinten führte. Es gibt sie heute in vielen Geschmacksvarianten, in ihrer Naturform als Kräuterprinte, mit Schokoladenüberzug, mit Nüssen oder Mandeln, mit Zuckerglasur (Prinzessprinten), mit Marzipan, aber auch als Saft- oder Weichprinte.
Im Raum Aachen und Eschweiler werden Printen auch in der Sauerbratensoße neben Rosinen und Rübenkraut verwendet. Und auch beim Wildbraten machen Süße und Würze der Printen den Geschmack angenehm rund.

Noch ein Tipp zur Weihnachtszeit: Machen Sie doch mal einen Kurzurlaub an der Ostsee und besuchen Sie dieAdventsmärkte in Mecklenburg-Vorpommern !

Rund um die Nudel: macht sie glücklich oder doch nur dick ?

18. November 2008

SpätzleDie gute Nachricht: entgegen immer wieder auftauchenden hartnäckigen Gerüchten ist es nicht die Nudel, die dick macht, sondern allenfalls die Soße, mit der man sie serviert. Mit nur einem Prozent Fettanteil und ca. 120 Kalorien pro 100 Gramm gekochten Nudeln zählen die beliebten Teigwaren sogar zu den „schlanken“ Lebensmitteln, die von Ernährungsexperten empfohlen werden.
Da in Deutschland Nudeln vor allem aus Hartweizen hergestellt werden, bestehen sie zu fast drei Vierteln aus komplexen Kohlenhydraten, sind also reich an Ballaststoffen und machen lange satt. Eben diese Kohlenhydrate sind auch der Grund, warum Nudeln „glücklich machen“: sie regen im menschlichen Gehirn die Produktion des Botenstoffs Serotonin an, der als Stimmungsaufheller bekannt ist.

Historie: Woher kommt die Nudel ?

Obwohl darüber immer wieder gerne gestritten wird, weißt alles daraufhin, dass Nudelgerichte in Südeuropa und Ostasien unabhängig voneinander entwickelt wurden. Die Mär, Marco Polo habe die Nudel aus China mitgebracht, ist falsch, denn man fand in etruskischen Gräbern (Italien) Bilder von der Nudelherstellung lange vor Christi Geburt. Die älteste Nudelfabrik Deutschlands ist die Erfurter Teigwarenfabrik, die sogar heute noch existiert.

Nudeln kulinarisch

Die deutsche Nudelküche ist (wenn man von den Nudelformen einmal absieht) alles in allem vielseitiger als die italienische. Nudeln fungieren nicht nur als sättigende Beilage, die sich mit Fisch und Meeresfrüchten ebenso gut wie mit Rind, Huhn oder Schwein verträgt. Sie spielen auch gerne die Hauptrolle in Suppen, Aufläufen und Salaten und ergeben in Kombination mit Gemüsen aller Art interessante vegetarische Gerichte. In süßer Form – z.B. mit Apfelmus - eignen sich Nudeln sogar als Nachtisch, der bei Kindern besonders beliebt ist.

Die vielfältigen Formen der Nudeln machen sie jeweils für bestimmte Gerichte besonders geeignet: Buchstaben und Sternchen gehören in die Suppe, Bandnudeln passen sehr gut zum Braten, zu Ragout und auch zu Meeresfrüchten. Makkaroni, Penne und Spaghetti kombiniert man oft mit Soßen verschiedenster Art, wobei die „geriffelten“ Penne („rigate“) besonders gut Flüssigkeit aufnehmen können, ebenso wie die beliebten Spiralen.

Im Trend liegen derzeit die schon bei der Herstellung im Teig mit Kräutern oder Gemüse, z.B. Basilikum und Rote Beete angereicherte Nudeln. Eier werden dagegen schon immer gerne zugesetzt: sie verfeinern die Nudeln und ergänzen mit ihren Proteinen den Nährwert auf ideale Weise.
Auch farblich bietet die Nudel Abwechslung, denn mittlerweile gibt es gelbe, grüne, rote oder schwarze Nudeln – und auch die Vollkornnudel sei hier nicht vergessen, die mit ihren Ballaststoffen für die gute Verdauung sorgen.

Regionale Spezialitäten und der Nudel-Äquator

Süddeutschland ist ohne Zweifel die deutsche Nudelheimat, weshalb man die Main-Linie auch oft als den „Nudel-Äquator“ bezeichnet: nördlich davon dominiert die Kartoffel, im Süden ist die Nudel nicht wegzudenken. Nirgendwo sonst sind so viele regionale Nudelspezialitäten entstanden und auch von der Menge her werden in Bayern und Baden-Württemberg mit Abstand die meisten Nudeln verzehrt.

Schwäbische Spätzle sind sicher die bekannteste Spezialität aus dieser Region, die auf eine 400-jährige Tradition der Spätzle-Zubereitung zurück blickt.
Noch immer sind Spätzle zum Sonntagsbraten selbstverständlich, doch auch die in Schwaben beliebten süßsauren „Linsen mit Spätzle“ und die überbackenen Käsespätzle sind weit über die Landesgrenzen hinaus berühmt. Ihre Zubereitung geschieht traditionell per Hand, indem man den Teil von einem glatten Brett direkt ins kochende Wasser schabt, doch haben sich mittlerweile mechanische Spätzle-Pressen durchgesetzt, die weniger Mühe machen und gleichförmigere Ergebnisse garantieren. Knöpfle sind Spätzle in rundlicher Form und für beide Nudelarten existieren in der Region unzählige Varianten, z.B. Milchknöpfle, Apfelspätzle, Buchweizenspätzle, Gemüsespätzle, Haferspätzle, Hirsespätzle, Spinatspätzle, Tomatenspätzle und viele mehr.

Weit über Süddeutschland hinaus beliebt sind auch die schwäbischen Maultaschen. Nudelteigtaschen werden mit Fleisch, Kräutern und Gemüse gefüllt, in der vegetarischen Variante auch gerne mit Quark und Spinat. Serviert werden sie in der Suppe oder in der Pfanne goldbraun gebraten – in der Pfannenvariante auch gerne mit einem grünen Salat oder sogar Kartoffelsalat.

Wem wir nun Appetit auf eine kleine Schlemmer-Reise durch das Land der Spätzle, Knöpfle und Maultaschen gemacht haben, dem seien z.B. Hotels einige Wellnesshotels im Schwarzwald als Ausgangsbasis empfohlen.

Kulinarische Höhenflüge im Schwarzwald

3. November 2008

Urlaub SchwarzwaldEine Reise in den Schwarzwald könnte man auch einzig der gastronomischen Höhepunkte wegen unternehmen, die man in der beliebten Ferienregion zwischen Pforzheim und Basel, Rhein und Nagold, Kaiserstuhl und Schwäbischer Alb nicht lange suchen muss.
Insgesamt 410 Restaurants sind in den gängigen Gourmet- und Gastronomieführern mit Sternen, Hauben, Diamanten, Feinschmecker-Symbolen oder Kochlöffeln ausgezeichnet.

Die „offiziellen Schwarzwaldseiten“ (www.schwarzwald-tourismus.info) weißen darauf hin, dass es sich nicht nur um wenige lukullische Schwerpunkte handelt, etwa in Baden-Baden, in Baiersbronn und auf dem Kaiserstuhl.
Nein, das gesamte Schwarzwald-Gebiet ist durchsetzt mit gastronomischen Highlights: „27 Michelin-Sterne leuchten über 22 Restaurants, 103 Hauben von Gault-Millau schmücken 66 Häuser, 87 Restaurants konnten 188 Feinschmecker-Punkte an sich binden. 272 Restaurants sind mit insgesamt 608 Varta-Diamanten ausgezeichnet, 299 Gasthöfe und Restaurants mit 680 Schlemmer-Atlas-Kochlöffeln.“

Gourmet-Niveau dank vielfältiger Einflüsse

Wie kommt es nun, dass der deutsche Südwesten diese heraus ragende Stellung im Reich kulinarischer Genüsse erobern konnte? Einerseits verdankt sich die genussreiche Esskultur dem frischen Obst und Gemüse aus den Tälern des Schwarzwalds und der Rheinebene. Die Bergwälder liefern dazu Pilze und Beeren, es mangelt auch nicht an Wild, Fischen und Spezialitäten wie Weinbergschnecken.
Daneben treffen sich hier Einflüsse aus verschiedenen Landesküchen: Die badisch-alemannische und schwäbische Küche des Schwarzwalds wird durch schweizerische, französisch-elsässische und sogar österreichische Kochkunst ergänzt, so dass heute sogar französische Touristen mal eben herüber kommen, um diesseits des Rheins die heraus ragenden Tafelfreuden zu genießen.

Schwarzwälder Spezialitäten

Mehrheitlich sind Schwarzwälder Spezialitäten jedoch eine badisch verfeinerte Version der bodenständig schwäbischen Küche. Besonders beliebt ist etwa die badische Kartoffelsuppe (die weit mehr Gemüse als nur Kartoffeln enthält), der Hasenpfeffer mit Spätzle und eine frische Schlachtplatte (”Metzelsupp”) mit Blut- und Leberwurst, Kesselfleisch, Speck und Sauerkraut.
Das berühmte „Schäufele“ ist eine gesottene und gepökelte Schweineschulter, der „Lummelbraten“ eine schwarzwälder Variante des Rinderbratens aus feinem Filet. Gekochtes Ochsenfleisch mit Meerrettich oder Preiselbeeren und ofenheißer Zwiebelkuchen verwöhnen den Gaumen mit Geschmackserlebnissen, die man nicht überall findet. Dazu genießt man neuen, noch süßen Weißwein oder einen gold- bis hellroten Weisherbst, der aus roten Trauben gekeltert wird, die man früh aus der Maische nimmt.

Wie in der österreichischen Küche gibt es auch bei den Schwarzwäldern interessante Rezepte mit Innereien: so z.B. das Kalbsbries, die Thymusdrüse des Kalbes, das gekocht, in Scheiben geschnitten und dann mit Semmelbröseln paniert eine feine Vorspeise ergibt. Für manche gewöhnungsbedürftig aber gleichwohl typisch sind auch saure Kutteln, saure Nierle und geschnetzelte Leber – es einfach mal zu probieren hat schon manchen Gast zum Umdenken in Sachen Innereien bewegt!

SchwarzwaldVespern und Süßes

Die bodenständigste aller Schwarzwälder Spezialitäten ist in jedem Fall die „Vesper“: dicke Scheiben Bauernbrot, dazu Butter und der berühmte Schwarzwälder Schinken, Rauchfleisch oder Speck. Hausmacher-Wurst (Schwarzwurst, Griebenwurst, Leberwurst), manchmal auch Bergkäse oder Biebeleskäs ergänzen die gehaltvolle Auswahl. Garniert wird das Ganze mit Petersilie, Zwiebelringen, saure Gurken und Tomaten. „Vespern“ empfiehlt sich als zweites Frühstück oder auch als vollwertiges Abendessen, man wird ganz gewiss satt!

Unter den süßen Genüssen ist die Schwarzwälder Kirschtorte zweifellos am bekanntesten: Ihren Namen hat sie nicht von den enthaltenen Kirschen, sondern vom Kirschwasser, mit dem die unterste Biskuitschicht der mehrschichtigen Torte großzügig getränkt ist. Im Spätsommer gibt es dann Zwetschgenkuchen mit Schlagobers als jahreszeitliches Angebot, wogegen die in Pfannkuchenteig ausgebackenen „Apfelringe“ zu jeder Jahreszeit zu haben sind.

Sollten wir Ihnen mit diesem kleinen Vorgeschmack auf die schwarzwälder Küche Appetit gemacht haben, empfehlen wir als Ausgangspunkt für kulinarische Erkundungen diese Schwarzwald Hotels.

Von Rübchen, Plinsen und Havelzander: Kulinarisches aus Brandenburg

27. Oktober 2008

Essen und Trinken in Brandenburg war in der Nach-Wende-Zeit kein guter Grund, das Land zu besuchen: es gab einfache, wenig schmackhafte Gerichte, wenn man überhaupt das Glück hatte, einen Gasthof zu finden.
Doch diese wenig gaumenfreundliche Situation hat sich im letzten Jahrzehnt massiv geändert: An Restaurants herrscht kein Mangel mehr und viele Brandenburger Landgasthöfe verwöhnen ihre Gäste mit Spezialitäten aus frischen, regionalen Produkten, landestypisch zubereitet.

Zum Beispiel Fisch: 3000 Seen und über 30.000 Kilometer fließende Gewässer machen Fisch zu einer der Hauptspezialitäten des Landes. Besonders beliebt ist der Havelzander, der in vielen Variationen zubereitet wird: Gegrillt, gebacken, gedünstet, auf Porreegemüse oder in Dillkruste mit Schmorgurken und Semmellinsenknödeln – in fast jedem Restaurant begegnet man einer eigenen Rezeptur. Auch Aal, Hecht, Forellen und Karpfen erfreuen sich großer Beliebtheit, so dass Fischfreunde in Brandenburg in jedem Fall auf ihre Kosten kommen.

Kartoffeln und Gemüse

Dass in deutschen Landen die Kartoffel eingeführt wurde, verdanken wir dem „Kartoffelbefehl“ des großen Friedrichs, König von Preußen. Er bestand darauf, dass die Bauern der Mark die neue Feldfrucht anbauen sollten und ließ sogar die Felder von Soldaten bewachen, um den Erlass durchzusetzen.
Kein Wunder, dass auch heute noch die Kartoffel in der Brandenburger Küche die Hauptrolle im Reich der Beilagen spielt! Reisende können bei einem Besuch des Flämings im südwestlichen Brandenburg eine lehrreiche „Kartoffeltour“ buchen, die der dortige Tourismusverband anbietet.

BrandenburgNeben den aus der traditionellen deutschen Küche nicht wegzudenkenden Kartoffeln gilt Brandenburg auch als „Gemüsegarten Berlins“. Berühmt sind z.B. die Spreewälder Gurken: Als Senf-, Gewürz- und saure Gurken kommen sie heute nach nur noch 1-tägiger Zubereitungszeit auf den Markt. Das Geheimnis ihres besonderen Geschmacks bleibt wohl gehütetes Geheimnis der ca. zwanzig Spreewälder Einlegereien, doch weiß man immerhin von Basilikum, Zitronenmelisse, Wein-, Kirsch- oder Nussblättern, die als würzige Zutaten verwendet werden.

Während der Spargelsaison ist der Beelitzer Spargel in aller Munde, der heute auf fast 1000 Hektar angebaut wird und doch nie ausreicht, um die Nachfrage zu befriedigen. Schon der Dichterfürst Goethe, der einst auf dem Weg nach Weimar auch durch Beelitz kam, schrieb: “Der Spargel ist wahrlich der König aller Gemüse; bedauerlich nur, dass seine Herrschaft so kurz währt.”

Eine weitere Brandenburger Spezialität sind die Teltower Rübchen, eine würzige Zuchtform der weißen Rübe, die neuerdings eine Renaissance in der Gourmet-Küche erleben: ihr pikanter Wohlgeschmack und ihre milde Schärfe bei nur wenigen Kalorien macht sie zum preiswerten Geheimtipp für Feinschmecker.

Obstbrände und Süßigkeiten

Werder an der Havel ist ein bekanntes Obstanbaugebiet, dessen Obstsorten vornehmlich zu Obstlern verarbeitet werden – ein stark alkoholischer, aber dennoch sehr fruchtiger Genuss. Auch im Fläming kann man wohlschmeckende Liköre und Obstbrände verkosten und z.B. im Kloster Zinna die Herstellung des Zinnaer Klosterbruders besichtigen.

Womit wir im Reich der süßen Genüsse angekommen wären, nämlich beim Nachtisch, bei dem Brandenburg mit vielerlei erfreulichen Köstlichkeiten aufwarten kann, nämlich Kuchen, Torten und Spezialitäten wie z.B. die Plinsen: eine regionale Variante der Eierkuchen, die gerne mit Früchten serviert werden.
Das berühmte Fürst-Pückler Eis, das von einem Brandenburger Konditormeister erfunden wurde, hat es längst in die internationalen Kühltruhen geschafft. Traditionell besteht es aus Schokoladen- und Erdbeereis mit einer zusätzlichen Eis-Makronen-Masse, doch kennen wir heute vor allem die Variante aus Erdbeer-, Schoko- und Vanille-Eis, das mit seiner Lockerheit und geringeren Fetthaltigkeit auch allen mundet, die auf die schlanke Linie achten müssen.

“Lütt Dirn, Kumm man röwer, ick hebb ‘ne Birn.”

Birnen BrandenburgWem das immer noch zu gehaltvoll ist, der kann in Brandenburg ganz stilvoll zur Birne greifen, die Theodor Fontane mit seinem Gedicht über den freigiebigen Birnenverteiler Herrn von Ribbek auf Ribbek im Havelland berühmt gemacht hat. Seit 1999 lebt Carl Friedrich von Ribbeck, ein Urenkel in siebenter Generation, wieder in Ribbeck und produziert Birnen, Obstler („Ribbecks Birnenbrand“) und Essig. Er will dem Dorf die Vergangenheit als Erlebnisdimension erhalten, z.B. durch Veranstaltungen wie die jährliche „Ribbeker Sommernacht“ im alten Schloss, wo Klassik, Jazz, Artistik und Kleinkunst moderne und alte Zeiten aufleben lassen.

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Kulinarische Reisewege: Bierstraße im Doppelpack

16. Oktober 2008

BayernDeutschland wird als Reiseziel immer beliebter und damit wächst auch das Angebot sehr spezieller touristischer Ziele:
Kulinarische Reisewege sind oft frühere Handelsrouten, auf denen Waren wie Salz oder Bier transportiert wurden. In anderen Fällen sind es touristische Themenwege, die eigens für bestimmte Spezialitäten eines Landstrichs konzipiert wurden.

Die Bayerische Bierstraße

Zum Beispiel rund um das Bier: Die Bayerische Bierstraße verläuft von der Stadt Ingolstadt ausgehend bisher durch die Landkreise Neuburg-Schrobenhausen, Pfaffenhofen an der Ilm und Kelheim.

HopfenSie führt durch das weltgrößte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet Hallertau, wo im Jahr 2005 über 85 Prozent des deutschen Hopfens erzeugt wurde. Es wundert nicht, dass die Bundesstraße 301 auch den Beinamen „deutsche Hopfenstraße“ führt, doch allein die Bierstraße ist es, auf der dem Gast viel Interessantes rund ums Bier erfährt, das in Bayern bekanntermaßen zu den Lebensmitteln zählt.

Die Zusammensetzung des Bayerischen Bieres ist bis heute durch das wohl älteste Lebensmittelgesetz der Welt geregelt. Das Bayerische Reinheitsgebot für Bier wurde im Jahr 1516 in Ingolstadt erlassen, von wo aus die „Bierstraße“ in verschiedenen Varianten z.B. nach Wolznach führt, wo das „Deutsche Hopfenmuseum“ auf einer Fläche von 1000 m² Bilder, Schriftdokumente, Werkzeuge und Geräte des Hopfenanbaus vom 16. bis 19 Jh. ausstellt.
Besucher erfahren hier auch, warum die Erfindung des süffigen Getränkes den Frauen zu verdanken ist und dass früher Wein und nicht Bier bayerisches Nationalgetränk war.
Weiter geht es auf der Bierstraße nach Neuburg an der Donau, wo man im historischen Stadtschloss „Kultur tanken“ kann. An den Schrobenhausener Spargelfeldern vorbei führt die Straße Richtung Altmühltal, dem größten Naturpark Deutschlands. Hier lässt sich im Brauerei-Museum, im Felsenkeller-Labyrinth in Beilngries am Fuße des Hirschbergs, auf die Braukultur bis ins Jahre 1450 zurückblicken. Oder man zweigt nach Kehlheim ab, wo man das Bierbrauen erlernen kann.
Die Bayrische Bierstraße ist mit dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad zu bereisen.
Die Radwanderkarte “Bayerische Bierstraße“ präsentiert fünf verschiedene Radtouren durch das Herz Bayerns, die nicht nur Bierfreunden gefallen. Eine der Touren führt von Oberammergau über Ettal, Bad Tölz (Hotel in Bad Tölz) und München nach Ingolstadt. Station machen sollte man auf jeden Fall auch in Kloster Ettal, wo die Benediktiner Mönche seit vier Jahrhunderten Bier brauen.

Die Aischgründer Bierstrasse

Eine weitere, nämlich die Aischgründer Bierstraße widmet sich der Fränkischen Bierkultur. Franken ist immerhin das Land mit der höchsten Brauereidichte der Welt, hat eine eigene „Bierstraße“ also mehr als verdient.

BrauereiIm Aischgrund, der sich im Steigerwald zwischen Bamberg und Rothenburg o.d.Tauber erstreckt, blickt man auf eine lange Brautradition zurück, denn hier wird bereits seit 1639 nach dem Deutschen Reinheitsgebot Bier gebraut. Die Aischgründer Bierstraße verläuft auf rund 50 Kilometern zwischen Bad Windsheim und Uehlfeld.
Entlang der Strecke laden acht Brauereien und zahlreiche typisch fränkische Gasthäuser zum Verweilen ein. Jede der acht fränkischen Familienbrauereien hat ihre besondere Spezialität und das Bier einen entsprechend individuellen Geschmack. Man kann also regelrecht auf geschmackliche Entdeckungsreise gehen.
Im Bad Windsheimer Fränkischen Freilandmuseum mit seinem historischem Kommunbrauhaus wird zudem wöchentlich „Museumsbier“ gebraut, doch ist auch die schöne Altstadt einen Abstecher wert. Wellness-Freunde finden in der Franken-Therme Gelegenheit, ausführlich zu entspannen und die vielfältigen Wellness- und Beauty-Angebote der modernen Anlage zu nutzen (Tip: Wellness in Bayern)

Neben vielen kulturellen Sehenswürdigkeiten wie Burgen, Schlösser, Kirchen und Museen auf der gesamten Strecke, sollte man auch das einmal im Jahr in Neustadt an der Aisch stattfindende „Aischgründer Bierfest“ nicht verpassen. Im Rahmen von Bierseminaren kann man dort auch den Titel „Dr. Bierologis causa“ erwerben. Für jeden Absolventen gibt es eine Urkunde und einen original “Aischgründer-Bierstraßen-Krug”, der mittlerweile einen gewissen Sammlerwert haben soll. Denn ohne Anstrengung ist er nicht zu bekommen – allzu bierernst sollte man den Doktortitel aber auch nicht nehmen!

Ostfriesische Küche: Mehr als Grünkohl und Pinkel

7. Oktober 2008

Ostfriesland: der malerische Landstrich im äußersten Nordwesten der Bundesrepublik grenzt an die Nordseeküste und gilt wegen seiner hohen Himmel und weiten Horizonte als besonders entspannend und seelenberuhigend.
So weit das Auge reicht blickt man auf grüne Weiden, leuchtende Rapsfelder, auf Moore, Geest und Marsch, durchzogen von Kanälen, Schleusen und Klappbrücken. Zwischen den Ostfriesischen Inseln und dem Festland lockt das Wattenmeer viele Besucher bei Ebbe zu den berühmten Wattwanderungen – und nach einem solchen Naturerlebnis stärkt man sich selbstverständlich mit ein paar Tassen ostfriesischem Tee!

Zur Begrüßung drei Tassen Tee

Die Teekultur Ostfrieslands ist in Deutschland einmalig: Ostfriesen verbrauchen zehnmal soviel Tee wie die restlichen Bundesbürger, nämlich 288 Liter pro Kopf und Jahr.
Typischerweise wird Ostfriesentee getrunken, eine Mischung aus Assam-Sorten, die einen dunklen, kräftigen Tee ergibt. Wie die Engländer genießen Ostfriesen ihre Teezeit, die ostfriesisch Teetied heißt. Man trinkt den Tee aus kleinen Moccatassen und süßt mit Kandiszucker („Kluntje“), dazu gibt’s den Rahm frischer Kuhmilch. Nach alter Sitte werden zur Begrüßung mindestens drei Tassen getrunken („Dree is Ostfreesenrecht“) und wer keinen Tee mehr wünscht, lässt den Teelöffel in der Tasse.

In Norden, der ältesten Stadt Ostfrieslands, führt ein Teemuseum in die Geschichte und Bedeutung des ostfriesischen „Nationalgetränks“ ein. Die ganze Verarbeitungskette vom Anbau der Teepflanze über Ernte und Verarbeitung bis zum fertigen Fernhandelsprodukt kann man hier besichtigen.

Pinkel, Nagelholz und süße Suppen

Passend zur Landschaft ist die Küche Ostfrieslands herzhaft und nahrhaft, eher kräftig und deftig als fein. In den letzten Jahren wird die Urtümlichkeit vieler ostfriesischer Speisen jedoch als Standortvorteil entdeckt: Gourmet-Restaurants entwickeln Varianten der traditionellen Spezialitäten und in Verbrauchermärkten wirbt man mit Sonderaktionen für altostfriesische Landesprodukte.

Das wohl bekannteste ostfriesische Hauptgericht ist der Grünkohl mit Pinkel (eine geräucherte Grützwurst), ersatzweise mit Kassler oder durchwachsenem Speck. Das Fleisch wird im Grünkohl mitgegart und mit mildem Senf abgeschmeckt. Seinen unverwechselbaren Geschmack bekommt dieses Gericht allerdings erst nach dem ersten Frost, den der Grünkohl noch vor der Ernte erlebt haben muss, um sein volles Aroma zu entfalten.
Sehr beliebt sind die bei Winteranbruch statt findenden Grünkohlfahrten, auf denen man „boßelt“ (ein Spiel ähnlich dem französischen Boule), viel Korn trinkt und dann in einem Landgasthof bei Grünkohl und Pinkel weiter feiert.

Gepökeltes, Gebratenes und süße Suppen

Geschlachtetes wird in Ostfriesland selten geräuchert, sondern eher gepökelt oder luftgetrocknet. Schinken, Speckseiten und Würste hingen in den Bauernküchen im “Wiem” von der Decke herunter, dicht beim offenen Feuer. Luftgetrocknete Schinken und Hartwürste („Pümmel“) sprechen für die Qualität der Metzger, hierzulande Schlachter genannt. Eine noch immer recht teuer Spezialität ist das „Nagelholz“, ein sehr hart gewordenes tief dunkles Dörrfleisch vom Rind, das hauchdünn geschnitten serviert wird.

Snirtjebraa ist ein weiteres beliebtes Fleischgericht der Ostfriesen. Frischer Nacken- oder Schulterbraten vom Schwein wird scharf angebraten und dann im Brattopf geschmort.

Suppen wurden in Ostfriesland erst mit der Ausbreitung moderner Kochherde Teil der Landesküche. Dem nördlichen Geschmack entsprechend sind es oft süße oder zumindest süßsaure Suppen, z. B. die würzige “Cremotateriesopp“, die “Plummsopp” mit Pflaumen und die “Sagosopp”, eine mit Sago angedickte Fruchtsuppe aus Holunderbeeren oder Rhabarber.

Mehr als eine Sättigungsbeilage ist der „Mählpüt“, ein Hefekloß, der in ein Tuch einknüpft, unter dem Deckel eines großen Topfes befestigt und dann im Wasserbad gegart wird. Er wird in Scheiben geschnitten serviert und entweder süß mit Birnen und ausgelassenem Speck oder herzhaft mit Zuckererbsen und Schinken verspeist.

Appetit auf Meer ?

Kutterfrische Krabben und fangfrischen Fisch gibt’s aufgrund der Lage an der Nordsee überall in Ostfriesland. Die köstlichen kleinen Krebse heißen „Granat“ und werden noch an Bord in Salzwasser gekocht und trugen der ganzen Küste den scherzhaften Beinamen “Costa Granata” ein.
Frischer Räucheraal ist landesweit beliebt und wird in den Restaurants schon mal zeitgemäß verfeinert – z.B. als Aalsalat mit Ratatouille – angeboten. Gebratene Makrelen, Hering in Sahnesauce, Salzheringe, Mattjes mit grünen Bohnen, gebratene Stinte und „Pannfisch“ (ursprünglich ein Reste-Essen) sind weitere Beispiele beliebter ostfriesischer Fischvariationen.

Wem wir jetzt Appetit gemacht haben, Ostfriesland auch mal kulinarisch zu erkunden, dem empfehlen wir als Ausgangspunkt für genießerische Ausflüge z.B. einen Wellnessurlaub an der Nordsee - in einem der Nordsee Wellnesshotels.