Kulinarische Höhenflüge im Schwarzwald
3. November 2008
Eine Reise in den Schwarzwald könnte man auch einzig der gastronomischen Höhepunkte wegen unternehmen, die man in der beliebten Ferienregion zwischen Pforzheim und Basel, Rhein und Nagold, Kaiserstuhl und Schwäbischer Alb nicht lange suchen muss.
Insgesamt 410 Restaurants sind in den gängigen Gourmet- und Gastronomieführern mit Sternen, Hauben, Diamanten, Feinschmecker-Symbolen oder Kochlöffeln ausgezeichnet.
Die „offiziellen Schwarzwaldseiten“ (www.schwarzwald-tourismus.info) weißen darauf hin, dass es sich nicht nur um wenige lukullische Schwerpunkte handelt, etwa in Baden-Baden, in Baiersbronn und auf dem Kaiserstuhl.
Nein, das gesamte Schwarzwald-Gebiet ist durchsetzt mit gastronomischen Highlights: „27 Michelin-Sterne leuchten über 22 Restaurants, 103 Hauben von Gault-Millau schmücken 66 Häuser, 87 Restaurants konnten 188 Feinschmecker-Punkte an sich binden. 272 Restaurants sind mit insgesamt 608 Varta-Diamanten ausgezeichnet, 299 Gasthöfe und Restaurants mit 680 Schlemmer-Atlas-Kochlöffeln.“
Gourmet-Niveau dank vielfältiger Einflüsse
Wie kommt es nun, dass der deutsche Südwesten diese heraus ragende Stellung im Reich kulinarischer Genüsse erobern konnte? Einerseits verdankt sich die genussreiche Esskultur dem frischen Obst und Gemüse aus den Tälern des Schwarzwalds und der Rheinebene. Die Bergwälder liefern dazu Pilze und Beeren, es mangelt auch nicht an Wild, Fischen und Spezialitäten wie Weinbergschnecken.
Daneben treffen sich hier Einflüsse aus verschiedenen Landesküchen: Die badisch-alemannische und schwäbische Küche des Schwarzwalds wird durch schweizerische, französisch-elsässische und sogar österreichische Kochkunst ergänzt, so dass heute sogar französische Touristen mal eben herüber kommen, um diesseits des Rheins die heraus ragenden Tafelfreuden zu genießen.
Schwarzwälder Spezialitäten
Mehrheitlich sind Schwarzwälder Spezialitäten jedoch eine badisch verfeinerte Version der bodenständig schwäbischen Küche. Besonders beliebt ist etwa die badische Kartoffelsuppe (die weit mehr Gemüse als nur Kartoffeln enthält), der Hasenpfeffer mit Spätzle und eine frische Schlachtplatte (”Metzelsupp”) mit Blut- und Leberwurst, Kesselfleisch, Speck und Sauerkraut.
Das berühmte „Schäufele“ ist eine gesottene und gepökelte Schweineschulter, der „Lummelbraten“ eine schwarzwälder Variante des Rinderbratens aus feinem Filet. Gekochtes Ochsenfleisch mit Meerrettich oder Preiselbeeren und ofenheißer Zwiebelkuchen verwöhnen den Gaumen mit Geschmackserlebnissen, die man nicht überall findet. Dazu genießt man neuen, noch süßen Weißwein oder einen gold- bis hellroten Weisherbst, der aus roten Trauben gekeltert wird, die man früh aus der Maische nimmt.
Wie in der österreichischen Küche gibt es auch bei den Schwarzwäldern interessante Rezepte mit Innereien: so z.B. das Kalbsbries, die Thymusdrüse des Kalbes, das gekocht, in Scheiben geschnitten und dann mit Semmelbröseln paniert eine feine Vorspeise ergibt. Für manche gewöhnungsbedürftig aber gleichwohl typisch sind auch saure Kutteln, saure Nierle und geschnetzelte Leber – es einfach mal zu probieren hat schon manchen Gast zum Umdenken in Sachen Innereien bewegt!
Vespern und Süßes
Die bodenständigste aller Schwarzwälder Spezialitäten ist in jedem Fall die „Vesper“: dicke Scheiben Bauernbrot, dazu Butter und der berühmte Schwarzwälder Schinken, Rauchfleisch oder Speck. Hausmacher-Wurst (Schwarzwurst, Griebenwurst, Leberwurst), manchmal auch Bergkäse oder Biebeleskäs ergänzen die gehaltvolle Auswahl. Garniert wird das Ganze mit Petersilie, Zwiebelringen, saure Gurken und Tomaten. „Vespern“ empfiehlt sich als zweites Frühstück oder auch als vollwertiges Abendessen, man wird ganz gewiss satt!
Unter den süßen Genüssen ist die Schwarzwälder Kirschtorte zweifellos am bekanntesten: Ihren Namen hat sie nicht von den enthaltenen Kirschen, sondern vom Kirschwasser, mit dem die unterste Biskuitschicht der mehrschichtigen Torte großzügig getränkt ist. Im Spätsommer gibt es dann Zwetschgenkuchen mit Schlagobers als jahreszeitliches Angebot, wogegen die in Pfannkuchenteig ausgebackenen „Apfelringe“ zu jeder Jahreszeit zu haben sind.
Sollten wir Ihnen mit diesem kleinen Vorgeschmack auf die schwarzwälder Küche Appetit gemacht haben, empfehlen wir als Ausgangspunkt für kulinarische Erkundungen diese Schwarzwald Hotels.






Neben den aus der traditionellen deutschen Küche nicht wegzudenkenden Kartoffeln gilt Brandenburg auch als „Gemüsegarten Berlins“. Berühmt sind z.B. die Spreewälder Gurken: Als Senf-, Gewürz- und saure Gurken kommen sie heute nach nur noch 1-tägiger Zubereitungszeit auf den Markt. Das Geheimnis ihres besonderen Geschmacks bleibt wohl gehütetes Geheimnis der ca. zwanzig Spreewälder Einlegereien, doch weiß man immerhin von Basilikum, Zitronenmelisse, Wein-, Kirsch- oder Nussblättern, die als würzige Zutaten verwendet werden.
Wem das immer noch zu gehaltvoll ist, der kann in Brandenburg ganz stilvoll zur Birne greifen, die Theodor Fontane mit seinem Gedicht über den freigiebigen Birnenverteiler Herrn von Ribbek auf Ribbek im Havelland berühmt gemacht hat. Seit 1999 lebt Carl Friedrich von Ribbeck, ein Urenkel in siebenter Generation, wieder in Ribbeck und produziert Birnen, Obstler („Ribbecks Birnenbrand“) und Essig. Er will dem Dorf die Vergangenheit als Erlebnisdimension erhalten, z.B. durch Veranstaltungen wie die jährliche „Ribbeker Sommernacht“ im alten Schloss, wo Klassik, Jazz, Artistik und Kleinkunst moderne und alte Zeiten aufleben lassen.
Deutschland wird als Reiseziel immer beliebter und damit wächst auch das Angebot sehr spezieller touristischer Ziele:
Sie führt durch das weltgrößte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet Hallertau, wo im Jahr 2005 über 85 Prozent des deutschen Hopfens erzeugt wurde. Es wundert nicht, dass die Bundesstraße 301 auch den Beinamen „deutsche Hopfenstraße“ führt, doch allein die Bierstraße ist es, auf der dem Gast viel Interessantes rund ums Bier erfährt, das in
Im Aischgrund, der sich im Steigerwald zwischen Bamberg und Rothenburg o.d.Tauber erstreckt, blickt man auf eine lange Brautradition zurück, denn hier wird bereits seit 1639 nach dem Deutschen Reinheitsgebot Bier gebraut. Die Aischgründer Bierstraße verläuft auf rund 50 Kilometern zwischen Bad Windsheim und Uehlfeld.
Fangen wir mit den Fleischgerichten an: Die Schweinshaxn ist ein ganzer Schenkel vom Schwein mit Knochen und Haut, der gerne mit Semmel- oder Kartoffelknödel und Sauerkraut serviert wird. Wem das noch nicht fett genug ist, der bestellt eine Surhaxn. Schweinsbraten, Kalbshaxe, Spanferkel und Schäufele (Schweineschulter) sind ebenfalls beliebte, deftige Hauptgerichte.
Es handelt sich dabei um eine helle, nicht gepökelte Brühwurst aus feingemahlenem Kalbfleisch, Schweinerückenspeck und Gewürzen.
Die Erfindung des „Zwetschgendatschi“ beanspruchen dagegen die Augsburger für sich. Der in ganz Süddeutschland, Österreich und der Schweiz verbreitete Blechkuchen besteht aus einem Hefe- oder Mürbeteig, der mit halbierten Zwetschgen belegt wird – traditionell korrekt ist er nur ohne Streusel!
Über gesunde Ernährung wird viel geschrieben und oft sind die Empfehlungen von gestern die Warnungen von heute. Anders beim Fisch, der von den Ernährungswissenschaftlern empfohlen wird:
Wer an schwäbisches Essen denkt, dem fallen zu allererst die weit über die Grenzen des „Schwoabeländles“ hinaus bekannten Teigwaren ein: Spätzle, die schwäbische Großmütter einst noch direkt vom Brett ins kochende Wasser schabten, sind lange schon zur internationalen Spezialität aufgestiegen: Als Beilage zu mit Essig gesäuerten Linsen und Saitenwürsten (Linsen und Spätzle), mit Semmelbröseln und gerösteten Zwiebeln, oder auch mit Käse überbacken, womit sie dann Käs’spätzle heißen und als eigenständiges Gericht serviert werden. Mehr zum Thema Spätzle gibts auch
Auch kulinarisch hat sich Mecklenburg seine Bodenständigkeit und Eigentümlichkeiten bewahrt.
Zu all den kräftigen Speisen passt am besten ein gutes Bier. An der Ostseeküste haben sich einige große, aber auch viele kleinere Brauereien angesiedelt.
Nur fein gehacktes Schweinefleisch, eventuell auch entsehntes Kalb- oder Rindfleisch darf für die Herstellung verwendet werden. Gewürzt wird die „Thüringer“ neben Salz und Pfeffer mit Kümmel, Majoran und Knoblauch.
Ende des 17. Jahrhunderts setzte sich in Thüringen der Kartoffelanbau durch, woraufhin findige Thüringer den bis dahin üblichen Mehlkloß durch Klöße aus Kartoffeln ersetzten. Die kreative Neuschöpfung der Bauernküchen fand schnell Eingang in höhere Kreise, da es sich herum sprach, dass die Kartoffelklöße lockerer und schmackhafter waren als die altbekannten Mehlklöße. Der „Thüriger Kloß“ war geboren und sein Siegeszug währt bis in unsere Tage. Und das, obwohl es kein festes Rezept für ihn gibt, sondern „nur“ unzählige regionale Varianten – kulinarische Forschungsarbeit für Reisende, die die Gelegenheit nutzen, mehrere Versionen an unterschiedlichen Orten zu probieren.