Hamburger Häppchen – der Fischmarkt und andere Spezialitäten

HamburgWo ein Fluss ins Meer mündet, da kommt Fisch auf den Tisch, denn da ist das Angebot an Süß- und Meerwasserdelikatessen reichhaltig und vielfältig. Wo die Elbe auf die Nordsee trifft, da ist Hamburg, da ist Altona, da ist St. Pauli. Und genau da findet jeden Sonntag der berühmte Hamburger Fischmarkt statt.

Hamburg ist eine Hafenstadt und als solche seit Jahrhunderten mit Produkten aus aller Welt, vor allem mit einer großen Auswahl an Gewürzen vertraut. Dementsprechend weltoffenen gestaltet sich das kulinarische Angebot, auf das der Besucher der Hansestadt trifft: Eine internationale und moderne Küche, die alles bietet, was das Herz begehrt.

Die traditionelle Küche Hamburgs ist und bleibt jedoch geprägt durch das umfangreiche Angebot an Fisch aus Elbe und Nordsee: Fangfrisch zubereitete feine Häppchen aus Scholle oder Rotbarsch, deftig geräucherter Aal im Brötchen oder auch Hamburger Pannfisch, eine gemischte Fischpfanne, die mit Zwiebeln, Eiern und Pellkartoffeln mit Senfsoße serviert wird.
Ergänzt werden die Fischgründe durch Obstlieferungen aus dem Alten Land, einem Teil der südlichen Elbmarsch, und frisches Gemüse aus Vierlanden, das sind vier am südlichen Stadtrand gelegene Ortsteile. So gehören auch kräftige Eintöpfe, die mit Steckrüben, Birnen, Bohnen und Speck oder auch Rindfleisch gekocht werden, zum althergebrachten Angebot auf Hamburgs Esstischen.

Hamburger FischmarktFischmarkt in St. Pauli

Jeden Sonntag von fünf bis zehn Uhr ist der Hamburger Fischmarkt eine Attraktion, die regelmäßig tausende Besucher – Einheimische wie auch zahlreiche Touristen – in seinen Bann zieht. Und das auch im Winter, obwohl das rege Treiben der Marktschreier dann erst um sechs Uhr beginnt.
In der Großen Elbstraße in Altona werden unter freiem Himmel inzwischen zwar Waren aller Art angeboten, typisch bleiben aber die klassischen Händler, die ihren Fisch oder auch Fleisch, Wurst und Käse, lebende Hühner und sogar Brieftauben lautstark an den Mann zu bringen versuchen.

Lecker ist es auf dem Fischmarkt an jeder Ecke. Frischer Fisch ist schließlich reichhaltig vorhanden und wird gleich vor Ort zubereitet. Überall gibt es Fischbuden und kleine Bratküchen: Fischbrötchen mit soeben geräuchertem Rotbarsch oder Aal belegt, gebratene Scholle mit Speck und Gemüse, Matjesgerichte oder grüner Hering und auch Nordseekrabben gehören zum allsonntäglichen Angebot. Im Winter locken natürlich vor allem die mobilen Suppenküchen.

Aalsuppe

Anders als der Name auf den ersten Blick andeutet, enthält die Hamburger Aalsuppe traditionell eigentlich gar keinen Aal. Vielmehr handelt es sich um einen Gemüseeintopf mit Backobst, der auf einem Knochen gekocht wird. Genau betrachtet besagt der Name, dass es sich um ein klassisches Arme-Leute-Essen oder auch Resteessen handelt, bei dem „allens rinnkümmt“ – also „alles hineinkommt“ – was an Zutaten in der Küche gerade vorhanden ist. Um Gäste der Stadt nicht zu enttäuschen wurden allerdings längst Zugeständnisse bei den Zutaten gemacht, daher ist mittlerweile tatsächlich auch Aal in der Aalsuppe zu finden.

Labskaus

Bei dieser norddeutschen Spezialität handelt es sich ursprünglich um ein Gericht für Seeleute und Matrosen, da es ausschließlich aus auf traditionelle Weise haltbar gemachten Zutaten gekocht werden kann. Dazu gehören Pökelfleisch oder Corned Beef, Kartoffeln, Speck und Zwiebeln. Auf die Art zubereitet stand Labskaus auch auf langen Schiffsreisen zur Verfügung. Heute wird das Gericht jedoch vor allem mit Rote Beete und Matjes verfeinert.

Die Optik dagegen bleibt gewöhnungsbedürftig, ist auf den ersten Blick sogar etwas abschreckend. Immerhin werden alle Zutaten rücksichtslos durch den Fleischwolf gedreht und noch dazu mit untergerührten Stampfkartoffeln serviert. Nach dieser radikalen Prozedur sieht die „Pampe“ genau so aus, wie man es sich vorstellt. Schlimm! Davon sollte man sich aber keinesfalls abschrecken lassen. Garniert mit Gürkchen, Rollmops und Spiegelei ist Labskaus eine kleine Köstlichkeit.

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