Monatsarchiv für September 2008

Bayern kulinarisch: Deftiges und Kräftiges

Montag, den 15. September 2008

Der Freistaat Bayern ist das flächengrößte Bundesland und umfasst mehrere beliebte Urlaubslandschaften: die Bayrischen Alpen, das Alpenvorland, Oberbayern mit seinen großen Seen, das Ostbayrische Mittelgebirge, sowie die Schwäbische und Fränkische Alb.
Die bayrische Küche weißt dem entsprechend regionale Unterschiede auf und ist auch stark verwandt mit den Küchen der Nachbarregionen, besonders mit Österreich, Schwaben und Böhmen (Tschechei).
Es wundert also nicht, dass das Essen in Bayern ganz allgemein recht kalorienreich und rustikal daher kommt. Schweinefleisch, Mehlspeisen, Soßen, Knödel und Kraut sind typisch für die Region.

Schweinshaxn, Schweinsbraten und Saure Lüngerl

BayernFangen wir mit den Fleischgerichten an: Die Schweinshaxn ist ein ganzer Schenkel vom Schwein mit Knochen und Haut, der gerne mit Semmel- oder Kartoffelknödel und Sauerkraut serviert wird. Wem das noch nicht fett genug ist, der bestellt eine Surhaxn. Schweinsbraten, Kalbshaxe, Spanferkel und Schäufele (Schweineschulter) sind ebenfalls beliebte, deftige Hauptgerichte.

Ähnlich wie in Schwaben und Österreich haben auch in Bayern Innereien einen Platz auf der Speisekarte, z.B. saure Lüngerl, Kalbsnieren, gebackener Kalbskopf und saure Kutteln. Bei letzteren handelt es sich um aus dem Rindermagen geschnittene Fleischstreifen, die für Einsteiger ein wenig gewöhnungsbedürftig wirken - probieren lohnt auf jeden Fall!
Als Beilagen zu den Fleischgerichten werden Semmelknödel, Kartoffelknödel, einfache Semmeln und Bretzeln („Brezn“), aber auch schwäbische Spätzle gereicht.
Sauerkraut spielt ebenfalls eine wichtige Rolle und als wichtigster Salat gilt der Krautsalat mit Speck, worin sich ein weiteres mal die bayrische Vorliebe fürs Deftige zeigt.

Imbisse und „Brotzeit“

Die wohl bekannteste Spezialität aus München ist die im Jahr 1857 erfundene Weißwurst. Sie wird traditionell frühmorgens hergestellt und als spätes Frühstück oder „Brotzeit“ auf Märkten und in Wirtshäusern mit süßem Senf, Brezel und Weißbier verzehrt.

WeisswurstEs handelt sich dabei um eine helle, nicht gepökelte Brühwurst aus feingemahlenem Kalbfleisch, Schweinerückenspeck und Gewürzen.
Fleischpflanzerl heißt die bayrische Variante der Boulette bzw. Frikadelle, die entweder mit Brötchen oder Kartoffelsalat verzehrt wird. Sehr beliebt als Zwischenmahlzeit ist auch der Leberkäs in einer Semmel, der in Bayern oft besonders gut schmeckt, weil er mit frisch gebackenen Leberkäse zubereitet wird. Der besteht aus Rindfleisch, nicht etwa aus Leber oder Käse, wie der Begriff eigentlich vermuten lässt.

Eine weitere bayrische Spezialität zur Brotzeit ist der „Obatzte“, auch Obatzda oder Obazda („Angebatzter, Angedrückter) genannt. Dabei handelt es sich um eine pikante Käsecreme, die ursprünglich aus Käseresten bestand, die mittels Gewürzen und Butter wieder schmackhaft gemacht wurden.
Heutzutage besteht Obatzter aus reifem Camembert und schaumig gerührter Butter, fein gehackten Zwiebeln, Gewürzen und etwas Weißbier. Kräftigere Varianten bestehen aus Limburger oder Romadur, mildere Versionen enthalten auch Quark oder Frischkäse.

Der Nachtisch: Süß und gehaltvoll

Bei den Süß- und Nachspeisen zeigt sich der Einfluss benachbarter Küchentraditionen besonders stark: der beliebte Kaiserschmarrn, ein süßes Gericht aus auseinander gerupftem und gebratenen Pfannkuchenteig, stammt aus Österreich. Auch der Ursprung des berühmten Gugelhupfs - ein Napfkuchen aus Hefeteig mit Rosinen – soll der Legende nach in Österreich liegen: ein mittelfester Teig aus Mehl, Eiern, Milch, Butter, Mandeln, Rosinen und Hefe wird in der typischen Gugelhupf-Form gebacken und mit Puderzucker bestreut oder mit Schokolade überzogen.

Zwetschgendatschi BayernDie Erfindung des „Zwetschgendatschi“ beanspruchen dagegen die Augsburger für sich. Der in ganz Süddeutschland, Österreich und der Schweiz verbreitete Blechkuchen besteht aus einem Hefe- oder Mürbeteig, der mit halbierten Zwetschgen belegt wird – traditionell korrekt ist er nur ohne Streusel!

Aus höfischer Tradition stammt die Prinzregententorte, die aus mehreren dünnen Böden und Schokoladenbuttercreme besteht. Das Torte ist auch äußerlich mit einem Schokoladenguss überzogen und hat als Tortenspezialität für München eine ähnlich heraus ragende Bedeutung wie die Sachertorte für Wien.

Alles in allem kann man es sich in Bayern kulinarisch so richtig gut gehen lassen, dieser Artikel kann leider nur einen Bruchteil der vielen Spezialitäten aufführen, die man als Reisender mal probieren sollte. Sollten Sie in nächster Zeit Gelegenheit haben, Bayern einen Besuch abzustatten, empfehlen wir die folgenden Hotels und Websites: Wellnessurlaub Bayern, Hotels in Bayern, Kurzurlaub in Bayern

Krabben, Dorsch und Meerforelle: Vom Speisefisch an deutschen Küsten

Freitag, den 5. September 2008

SpätzleÜber gesunde Ernährung wird viel geschrieben und oft sind die Empfehlungen von gestern die Warnungen von heute. Anders beim Fisch, der von den Ernährungswissenschaftlern empfohlen wird:
Fisch ist supergesund, ist eine sehr bekömmliche Proteinquelle und wichtig für die Versorgung mit Jod, Vitaminen und Spurenelementen. Das Fett der Fische besteht zudem zum größten Teil aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren, darunter die wichtigen Omega3-Fettsäuren.
Studien ergaben eine Beziehung zwischen vermehrtem Fisch-Konsum und vermindertem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen – spätestens, seit dieser Nachricht achten viele Bundesbürger darauf, Fisch mindestens zweimal wöchentlich in den Speiseplan einzubeziehen.

Mehr als panierter Seelachs

So richtig auf den Fisch gekommen sind deutsche Nicht-Küstenbewohner erst seit den 70gern, als es selbstverständlich geworden war, Reisen in den Mittelmeerraum zu unternehmen. Die lecker gegrillten und gebratenen Fische und Meeresfrüchte fanden viele Freunde, und so wuchs bald auch zu hause die kulinarische Bandbreite über das panierte Seelachsfilet mit Remouladensoße hinaus.
Das Lachssteak wurde zum „Hähnchen der 90ger“ und heute können wir aus einer Vielzahl von Arten aus Süß- und Salzwasser wählen: frisch, heiß oder kalt geräuchert, gesalzen, getrocknet, eingelegt und als Konserve oder tief gekühlt. Noch leben wir im Schlaraffenland, was den Fischverzehr angeht, doch hat der hohe Konsum auch seine Schattenseiten, denn manche Art ist bereits überfischt und Umweltverbände mahnen zur Beschränkung.

Große Auswahl an den deutschen Küsten

An Nord- und Ostsee hat man sich auf den allgemeinen Trend zum Fisch eingestellt und wirbt zunehmend mit den Schätzen, die dort immer schon zum kulinarischen Lebensstandard gehörten.
Fisch frisch vom Kutter direkt ins Restaurant und auf den Tisch ist in den Küstenorten keine Ausnahme. Dorsch, Lachs, Hering, Makrele, Meerforellen, Flunder, Steinbutt, Hornhecht und viele weitere sind im Angebot.
An der Ostsee werden auch die „Boddenfische“ wie Zander, Hecht, Aal, Schnäpel, Barsch und Brachsen verarbeitet, an der Nordsee hat die Nordseegarnele (auch „Granat“ genannt) große Bedeutung. Das Angebot an geräucherten Spezialitäten ist ebenfalls riesig: Reisende können die so haltbar gemachten Köstlichkeiten unproblematisch mit nach hause nehmen.

Reisen und Events rund um den Fisch

Mittlerweile locken in verschiedenen Küstenstädten kleine und große Sonderveranstaltungen und Feste zum gemeinsamen Feiern und Schlemmen rund um den Fisch. Zum Beispiel auf der Kieler Muschelwoche (28. September–7. Oktober 2008): Im maritimen Zelt am Bootshafen gibt’s zehn Tage lang „Muscheln satt“ , während Nicht-Muschelesser an der Sprottenbar leckere Alternativen finden.
Stars des Events sind dieses Jahr die Köche des „Lüneburghaus“, die die Meeresfrüchte in einem schmackhaft-würzigen Sud zubereiten.

Auch die Husumer Krabbentage am 13. und 14. Oktober sind für Fischfreunde ein Highlight, dass man nicht auslassen mag: Ein ganzes Oktoberwochenende steht im Zeichen der Nordseekrabbe!
Auch in diesem Jahr wird das Fest am Husumer Hafen tausende Besucher mit einem abwechslungsreichen Programm begeistern: An den Krabbentagen bitten Krabbenfischer an Bord, Landratten können sich im Krabbenpulen üben und Kochbegeisterte verraten ihr Lieblingsgericht beim großen Rezeptwettbewerb. Auch die Fischereigenossenschaften beteiligen sich und informieren über ihre Arbeit rund um Fang und Verarbeitung der Krabben.

Die Rostocker Dorschwoche vom 29. September bis zum 6. Oktober darf in einem solchen Überblick nicht fehlen.
Der geschmacklich heraus ragende Fisch, der andernorts auch Kabeljau genannt wird, ist besonders fettarm und verleitet somit zum „Mehr-Essen“, das die Rostocker und ihre Gäste in diesen Tagen gemeinsam zelebrieren und gehörig feiern. Während auf dem Fischmarkt an der Warnemünder Mittelmole frischer Ostseefisch und andere Spezialitäten geboten werden, gibt es am Samstag auf dem Universitätsplatz im Stadtzentrum Fingerfood und ein Kochstudio. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Mecklenburg-Vorpommern präsentiert dazu spezielle Angebote aus der Region. Maritime Livemusik, stimmungsvolle Hafenrundfahrten und die Möglichkeit zum Hochseeangeln runden das breite Programmangebot ab.

Wer die Küstenorte auf eigene Faust bereisen will, z.B. für ein Wellness-Wochenende, das auch kulinarisch sinnlichem Genießen dient, dem empfehlen wir ausgesuchte Hotels an der Ostsee als Augsgangspunkt, z.B. dieses Wellnesshotel in Kühlungsborn, welche über ein ausgezeichnetes Restaurant verfügt.